Ja halte ich tatsächlich in der aktuellen Form für eine schlechte Idee. Der Industriestrompreis, so wie er jetzt vereinbart worden ist, ist auf 3 Jahre befristet und kostet Milliarden. So funktioniert aus meiner Sicht keine verlässliche Politik und jede Standortentscheidung die am Strompreis hängt wird immer abwägen müssen ob es nicht mehr Sinn macht an einen Standort zu gehen der tatsächlich dauerhaft für 5-6 Cent Strom bereitstellen kann.
Davon abgesehen reicht ein Industriestrompreis aus meiner Sicht leider nicht aus um Deutschland dauerhaft im Wettbewerb bei energieintensiver Industrie zu halten.
Jedes Unternehmen im internationalen Wettbewerb mit hohem Stromverbrauch kann erwarten dass man ihm schon jetzt erklärt was nach 2028 ist und wie es Deutschland dann gelingt günstigen Strom bereitzustellen, ohne dass man die EU erneut dafür anbetteln muss.
Was die angeblich schlechte Google Recherche betrifft. Nochmal, es steht im verlinkten Artikel.
Für Dich zitiere ich es noch einmal:
Was noch fehlt, ist die Zusage für eine fixe Einspeisevergütung.
Warum braucht man die, wenn die Fossilen ja sowieso nur teuer produzieren können und die Erneuerbaren ja noch massiv zugebaut werden sollen (es gibt also prinzipiell einen Mangel).
2030 soll auch noch die Kohle wegfallen.
Eigentlich ideale Voraussetzungen dass jeder Windradlbetreiber eigentlich sagen müsste:
Gib mir die Genehmigung, ich speise zu dem Preis ein den die Strombörse bezahlt, oder man findet einen festen Abnehmer, der immer einen guten Preis bezahlt und die komplette Produktion abnimmt. Bei der Merit Order schneiden billige Produzenten ja sowieso besser ab, weil der teuerste Erzeuger den Preis für Alle bestimmt.
Nachdem Du die Zusammenhänge deutlich besser verstehst als ich, wie Du ja nicht müde wirst, durch die Blume zu sagen, und nachdem ich ja eh nur „die Wahrheit erfinde“, wirst Du da schon selber drauf kommen. Außer Du hast wieder Pech bei der Bedienung der Suchmaschine…
Das wäre absolut im Sinne verantwortungsvoller Klimapolitik. Leider ist der Kohleausstieg aktuell aber erst für (spätestens) 2038 beschlossen (Bundesnetzagentur - Kohleausstieg).
Die Simulation ist interessant, beantwortet aber auch nicht die Frage was das kosten wird und wie wir im Vergleich mit anderen Industrienationen positioniert sein werden.
Das muss ja nicht zwangsweise negativ ausfallen, mich wundert nur dass darum so ein großes Geheimnis gemacht wird.
Gaskraftwerke zu betreiben die summiert nur rund 2 Wochen im Jahr in Betrieb sein werden klingt auch nicht besonders verlockend. Ich kann nicht ganz nachvollziehen warum es nicht wenigstens möglich sein soll diese Betriebsform rein staatlich zu organisieren. EU Recht hin oder her, wird man privaten Betreibern ein deutliches Premium zahlen müssen damit die so eine Investition tätigen.
So schauts aus. Es wird einfach in die falschen Bereiche Geld verbraten.
Die Stromversorger haben mittlerweile immer öfter Probleme, und müssen ihre Leistung runterreduzieren während der Strompreis ins Minus gerät. Das heißt der deutsche Steuerzahler bezahlt den Strom für die Abnehmer in den Nachbarländern die unseren Überschuss abnehmen. Es ist total irre dafür auch noch Einspeisevergütungen zu bezahlen für sowieso bereits mit Steuergeldern subventionierte Solaranlagen auf dem Hausdach die dann für einen negativen Strompreis sorgen.
Und nicht nur das, der Erzeuger von Strom auf dem Hausdach trägt zum Netzausbau nichts bei, wei ler keine Netzentgelt bezahlt, nutzt es aber um seinen überschüssigen Strom los zu werden.
Wenn man schon Milliarden in den Stromsektor pumpen will, dann in Speicher und Netzausbau um den Überschuss nicht auch noch bezahlen zu müssen und den Preistreibern das Argument der Netzentgelte zu nehmen. Das Stromentz ist zweifellos kritische Infrastruktur und gehört zu 100% in staatliche Hand. Heißt Ausbau mit Steuergeldern und kostenlose Nutzung. Damit sinkt der Strompreis, Überschuss muss nicht mehr verschenkt oder noch bezahlt werden ihn an den Mann zu bringen. Und wer seinen privat erzeugten Stromüberschuss einspeist hat wenigstens die Leitung dafür mit seinen Steuern mitfinanziert oder stell ihn einfach der Allgemeinheit zur Verfügung. In ländlichen Gebieten wäre das das einfachste der Welt um kleinere Orte völlig autark mit Energie aus Erneuerbaren zu versorgen.
Der ganze Mist ist einfach komplett irre. Man muss endlich aufhören ständig Lobbypolitik zu machen mit kritischer Infrastruktur. Ist doch logisch dass die privaten Energieerzeuger wie EON Vattenfall etc kein interesse daran haben dass jeder seinen Strom selbst erzeugt und kleinere Orte komplett ohne sie auskommen.
Also Strom = kritische Infrastruktur = Sache des Staates = zuständig lokale Stadtwerke.
Heißt steuerfinanzierte Bereitstellung von Netzen und Speicher für privat erzeugten Strom in der Gemeinde.
Und Nein das hat mit Sozialismus oder DDR II nichts zu tun, sondern ist einfach eine Notwendigkeit um Energie kostengünstig für Jederrmann bereitzustellen und als gesamtgesellschaftliche Aufgabenstellung zu festigen.
Die Idee hatte schon die Ampel (Gesetzentwurf vom Herbst 24: 5 GW Gas + 5 GW Gas/H2 ready) inkl. Habeck.
Frau Reiche tickt hier in meinen Augen gar nicht grundsätzlich anders, achtet aber vielleicht mehr auf Wirtschaftlichkeit - was ja völlig pöse ist (klar, Wirtschaftlichkeit bedeutet mehr Strom aus Gas im Strommix und damit CO2; aber das CO2 Argument zieht bei mir nicht mehr).
Das stimmt, solange man tatsächlich nur die Wirtschaftlichkeit von zwölf bis Mittag betrachtet. Genau so handelt Fr. Reiche.
Guckt man auch nur ein bisschen über den Tellerrand hinaus, sieht man, dass man mit der vorgeblichen Wirtschaftlichkeit jetzt, die folgenden Generationen umso mehr belastet.
Zusätzlich steht bei Fr. Reiche auch immer noch im Raum, dass es um die Wirtschaftlichkeit der eigenen Situation und der ihres Lebensgefährten geht.
Ich habe damit ein wenig Bauchschmerzen da die Gasversorgung bei unserer Positionierung aus meiner Sicht auf wackeligen Füßen steht. Kein so großes Problem wenn man eine Lösung für 2 Wochen im Jahr benötigt, aber doch vielleicht etwas wackelig (und teuer) im Dauerbetrieb.
Im Ergebnis hält man dann, wenn man Pech hat, auch noch Kohlekraftwerke in Reserve, die dann einspringen können, wenn uns das Gas ausgeht und die Erneuerbaren gerade Pause machen.
Darüber müsste ich zumindest noch ein wenig nachdenken.
Im konkreten Fall glaube ich nicht, dass zwischen einem Habeck-Gaskraftwerk-Design und einem Reiche-Gaskraftwerk-Design ein riesiger Unterschied im CO2 Ausstoß liegen wird (ich weiß es aber nicht).
Und grundsätzlich ist für mich das CO2-Argument nicht mehr überzeugend, weil das Aus der AKW nicht gestoppt wurde.
Aber die Grünen haben es sich ja im GG verbriefen lassen - von daher wird das noch oft ein Zankapfel sein, der bis vors BVerfG getragen werden wird.
Du spielst damit auf die Entscheidung von Karslruhe an, dass der Staat zum Klimaschutz verpflichtet ist (Artikel 20a Grundgesetz)? Interessante Sichtweise, dass sich das oberste deutsche Gericht von einer Partei instrumentalisieren lässt.
Und jetzt befürchtest du, dass die Grünen die Politik von Gas-Kathi mittels Karlsruhe stoppen können, falls ihre Gaskraftwerke vorher nicht von Lars Klingbeil verhindert werden?
Seine Sichtweise ist vor allem auch nicht haltbar. Kann man hier nachlesen: Deutscher Bundestag - Wie Umwelt- und Tierschutz ins Grundgesetz kamen
Als kleiner Hinweis sei erwähnt, dass es für Änderungen des Grundgesetzes eine 2/3-Mehrheit in Bundestag UND Bundesrat braucht, dass also alles andere als parteiübergreifende Kompromisse schwer denkbar bzw. schwierig zu realisieren sind.
Terminlich gab es im Bundestag bei der Grundgesetzänderung 1994 eine Schwarz-Gelbe Regierungsmehrheit im Bundestag. Diese war mit 341 von 672 Sitzen (50,74%) weit von einer 2/3-Mehrheit entfernt. Im Bundesrat hatte keine der beiden Seiten „Regierung“ & „Koalition“ überhaupt eine Mehrheit.
Ein gewisser Konsens scheint also gegeben gewesen zu sein…
Art. 143h Abs. 1 GG: Erlaubt dem Bund die Kreditaufnahme für „zusätzliche Investitionen zur Erreichung der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045“
Das wurde vom alten Parlament 2025 noch schnell beschlossen, weil es im neuen dafür keine 2/3 Mehrheit mehr gegeben hätte.
Das „Sondervermögen“ wird jetzt für „Konsum“ verbraten, aber irgendwann beruft sich jemand (vermutlich von der Links-Grünen Seite) auf den Text und wirft einer künftigen Regierung vor, sie unternehme nicht genug für den Klimaschutz.
Diesen Beschlussentwurf haben gegen Ende der Legislaturperiode SPD und CDU/CSU gemeinsam eingebracht. Die Grünen haben sich erst nach längerer Bedenkzeit angeschlossen, weil ihnen die Pläne nicht ausreichend genug erschienen. Dagegen stimmten die AfD, FDP, BSW und Linken. Auch wenn zwei Oppositionsparteien heute nicht mehr im Parlament vertreten sind, glaube ich auch, dass die Abstimmung heute anders ausgehen würde.
Das war keine Bedenkzeit, das waren Verhandlungen und die Erwähnung des Klimaziels deren Bedingung sine qua non.
Politisch gesehen ist das legitim, aber aus meiner Sicht (Klimaschutz nicht gegen die wirtschaftlichen Interessen von D) eine Zeitbombe.
Wenn man sich das mit dem Klima und den Auswirkungen genauer ansieht, wird man feststellen, dass ausschließlich konsequenter Klimaschutz auch die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands schützt. Man darf halt nicht nur die kommenden fünf jahre im Blick haben (wie es leider auch bei sog. „Spitzenmanagern“ im besten Fall ist), sondern auch mal ein bisschen darüber hinaus. Möglicherweise sollte man auch die nachfolgenden Generationen, besonders die aktuell jungen Menschen, in seine Überlegnugen mit einbeziehen. Und natürlich sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass die Physik, also auch das Kima, keine Ländergrenzen kennt.