Oli titelt heute:
"Mangs schwerwiegender Vorwurf: „Ismaik hat 1860 in die Insolvenz getrieben“
„Eine Schuldzuweisung des Präsidenten – die Frage einer rechtlichen Verantwortung ist damit freilich nicht geklärt. Wie Ismaik und seine Anwälte auf diese Aussagen reagieren, bleibt abzuwarten.“
Welche Verantwortung soll das Präsidium tragen? Die Geschäftsführungs-GmbH war als Komplementärin der KGaA nur mit einem Stammkapital von 25 TEUR ausgestattet und konnte niemals die 2,3 bzw. 2,7 Mio. € für die Erfüllung der Lizenzauflagen erbringen. Auch wenn OG eine andere Meinung vertritt, es wäre in hohem Maße verantwortungslos gewesen, wenn der e.V. der stark insolvenzgefährdeten KGaA Mittel zur Verfügung gestellt hätte.
Es bleibt dabei: Hasan Ismaik hat ohne plausible Gründe Darlehenszusagen, die er für die positive Fortführungszusage gegeben hatte, gekündigt. Damit was die Basis zerstört, damit die Wirtschaftsprüfer weitere Fortführungsprognosen hätten testieren können. Mit dem Ausbleiben der Gelder für die Erfüllung der Lizenzauflagen hat Hasan Ismaik die Insolvenz ausgelöst.
Naja, ausgelöst wurde die Insolvenz der KGaA letztlich erst durch die Kündigung des Kooperationsvertrags und der Entziehung des Spielbetriebs. Aber das war nach der Darlehenskündigung die einzig richtige Reaktion darauf gewesen.
Nein. Das sind unterschiedliche Sachverhalte.
Ausgelöst wurde die Insolvenz schlicht und ergreifend durch die Weigerung von HAM die Finanzmittel zur Erfüllung einer positiven Fortführungsprognose bereitszustellen.
Weder die Verweigerung der Zulassung zur 3. Liga, noch die Kündigung des Kooperationsvertrages waren ursächlich für eine Insolvenz.
Nein (auch wenn es hier fast jeder gerne anders hört): Die Kündigung der Darlehen allein war nicht der Auslöser für die Insolvenz, aber letztlich der Grund dafür. Gerade weil es „unterschiedliche Sachverhalte“ sind. Und von der verweigerten Zulassung zur Dritten war in meinem Beitrag gar keine Rede.
Aber lassen wir das. Was auf DB24 steht, ist ja p. D. falsch…
Die KGaA war bilanziell hoffnungslos überschuldet und wurde seit Jahren nur noch durch nachrangige HAM Darlehen am Leben gehalten. Die Entscheidung, die Infusionsnadel zu ziehen, kam definitv und aus freien Stücken aus Abu Dhabi. Der Grund für die Insolvenz liegt in der jahrelangen Misswirtschaft und der lediglich palliativ hinausgezögerte Gang zum Amtsgericht war ohne Genusschein Trickserei oder einer Finanzspritze von Dritten nur die logische Konsequenz. Eine Kapitalerhöhung durch Verkauf von weiteren KGaA Anteilen oder auch die Aufnahme von Krediten fernab des HAM Kosmos lag bis zuletzt in der Hand von Herrn Ismaik und nicht beim e.V. Daher kann ich bei bestem Willen kein auslösendes Verschulden des Vereins erkennen. Die Kündigung des Kooperationsvertrages war bereits der nächste Schritt nach der faktischen Zahlungsunfähigkeit der KGaA und nicht der Sargnagel.
Die Behauptung, dass eine jahrelange Misswirtschaft betrieben wurde, kann so interpretiert werden, dass die vom e.V. berufenen Geschäftsführer keine Sorgfaltspflicht an den Tag gelegt hätten. Sie Verschwendung, mangelnde Planung oder Inkompetenz praktiziert hätten. Wäre dem/den Geschäftsführern das anzulasten, hätte der Insolvenzverwalter darauf reagieren müssen, was unterblieben ist.
So dürfte eine ordnungsgemäße Planung vorgelegen haben, denn für die seit 2017 alljährlich notwendige positive Fortführungsprognose, die von Wirtschaftsprüfern testiert wurden, bedarf es nachvollziehbare und schlüssige Planungsrechnungen. Auch sollte nicht vergessen werden, dass nach 2017 Präsident Reisinger immer auf die Notwendigkeit von Konsolidierungsmaßnahmen verwiesen hat. Auch kann den Geschäftsführern keine Misswirtschaft unterstellt werden. So wurde Mueller eingestellt, um Sparmaßnahmen anzugehen. Große Potentiale dürfte er nicht entdeckt haben, denn was er diesbezüglich in Angriff genommen hat, war der Versuch der finanziellen Sanierung durch (sinngemäß) marginale Portoeinsparungen.
Die laufenden Verluste sind begründet in der von Ismaik betriebenen Strategie: Aufstieg um jeden Preis. So hat er beispielsweise im Sommer 2025 mittels seiner Stimmenmehrheit im Aufsichtsrat das Kaderbudget um 1,5 Mio. € erhöht. Diese strukturellen Defizite waren mehr oder weniger immer vor Beginn des Geschäftsjahres bekannt. Wenn gewollt, hätte Ismaik nicht den Planungen für die positiven Fortführungsprognosen zustimmen müssen. Dann hätte er auch kein Genussrechtskapital zur Finanzierung der Verluste bewilligen müssen. Zudem hat er sich immer gegen Konsolidierungsmaßnahmen gestellt.
So wurde durch die Trickserei mit den Fortführungsprognosen und den Genussrechten, (wodurch die bilanzanalytische Überschuldung erhöht wurde) den Gang zum Insolvenzgericht verzögert.
Für mich gibt es keinen Hinweis, dass die Geschäftsführer Misswirtschaft in größerem Umfang betrieben haben. Für mich sind die Verluste entstanden, weil man nicht bereit war, die Zielsetzung an die Mittel anzupassen.
Bevor die Geschäftsführungs GmbH einen Geschäftsführer bestellen konnte, musste ein Beschluss des Beirates vorliegen. Der war paritätisch auch mit HAM Vertretern besetzt. Wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, wurde lediglich Herr Mueller mit 50+1 an eben jenem Beirat vorbei installiert. Obige Interpretation steht für mich mit dieser einen Ausnahme daher auf tönernen Füßen.
Man vergisst allerdings auch schnell dass der wirtschaftliche Todesstoß für diese Firma die AA-Verträge (Kombi mit Catering ) im Zussamenspiel mit dem finanziell desaströsen Erstligaabstieg war.
Der Genickbruch. DAs konnte kein noch so guter Geschäftsführer mehr reparieren. Keiner war gut, aber auch der Beste hätte diesen Punch nicht mehr gekittet.
Seit über 20 Jahren lief die KGaA wie Headless Nick durch Die deutschen Ligen. Ein Zombie.