Mölders: „Löwen steigen auf!“ - aber noch viele Hürden bis zur Fortführung der 3. Liga

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Auf dreizehn (!) Punkte waren die Zebras den Löwen in dieser Saison zeitweise davon geeilt – dann kam Michael Köllner, die Löwen starteten eine Serie und der MSV kam gehörig aus dem Tritt:

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Was für mich schon mal flach fällt ist die Saison später fortzuführen, während die 1. und 2. Liga im Mai mit Geisterspielen beginnen. Wie soll das praktisch aussehen?

  1. und 2. Liga bringen diese Saison zu Ende und starten dann im September mit der neuen Saison. Und die 3. Liga spielt zeitgleich im September diese Saison zu Ende? Die Aufsteiger der 3. Liga können ja nicht zur Winterpause in die 2. Liga einsteigen…
    Und selbst wenn man das mal vernachlässigt und sagt die Aufsteiger steigen dann erst die Saison darauf auf, was machen dann die 3. Ligisten von Januar bis August (wenn die neue Saison beginnt)? Freundschaftsspiele ohne Einnahmen? Sponsoren werden das nicht so toll finden. Gerade die Spieler in der 3. Liga können nicht wirklich auf Gehalt verzichten.

Aktuell wird ja von vielen Vereinen die Geisterspiele abgelehnt und ein Abbruch dieser Saison mit einem gefühlten „ab September gehts dann ja normal weiter“ abgetan - aber wie kommen die darauf dass ab September wieder 15.000 bis 70.000 Leute in ein Stadion dürfen? Wer sagt dass vor Sommer 2021 Großveranstaltungen stattfinden dürfen?
Setzt man dann bis Mitte 2021 aus weil keine Zuschauer rein dürfen vorher?

Wenn man das mit „Ja!“ beantwortet würde mich interessieren mit welchem Kader die 3. Ligisten starten wollen zur Saison 21/22 - sofern zumindest 10 Vereine das „überleben“. Möglicherweise können einige 1. Liga Spieler sich es leisten 1,5 Jahre keine Einnahmen zu haben aber ab der 2. Liga wird das nicht funktionieren - sollen die alle bis dahin von der Sozialhilfe leben? Erntehelfer?

Ich kann alle Punkte nachvollziehen die gegen die Geisterspiele sind aber für mci sind sie immer noch die nachhaltigste Lösung…leider!

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Ja, das mit dem Einstieg der Aufsteiger hatten wir auch in einer Diskussion, wird oft übersehen. Auch wenn ein „einfrieren“ aller Ligen wünschenswert wäre - es wird sich wohl auf Geisterspiele oder Abbruch hinauslaufen.

Dann natürlich lieber Geisterspiele und einen Aufstieg. Auch klar.

Mir persönlich geht es ja nicht um den „Aufstieg erzwingen“ - abgesehen davon, selbst wenn es weiter geht mit Geisterspielen steigen wir deswegen nicht automatisch auf. Mir geht es darum: machen wir einen Saisonabbruch von Geisterspielen abhängig.
Wie gestern der Geschäftsführer Sport schon erwähnte weiß ja niemand wann wieder Zuschauer ins Stadion dürfen, es ist auch gut möglich dass das erst in einem Jahr ist. Ist es verantwortbar dass die 3. Ligisten dann jetzt ein Jahr kein Fussball spielen? Da würde mich ja auch die Meinung von den „Abbruch Befürwortern“ interessieren. Oder nehmen die nur den eventuellen Nichtabstieg bzw. Aufstieg mit und ab September sind Geisterspiele mit Hygieneauflagen besser wie kein Fussball?

Ich finde Geisterspiele auch scheiße und hab als Fan meinen romantischen Grundgedanken „Ohne Fans kein Fussball“.
Dann führen wir das mal weiter:
Neustart im Herbst sehe ich eher kritisch nach den Aussagen von Experten, der Virus wird nicht weg sein, Impfstoff nicht vorhanden, Herdenimmunität nicht erreicht, 2. Welle inklusive der „normalen“ Grippewelle die Krankenhäuser überlassten könnten etc. -> keine Großveranstaltungen.
Erst wieder Fussball wenn das Stadion voll sein darf - zur Saison 21/22 (ab August 2021).

  1. Problem - Plannungen der Vereine für kommende Saison
    In einem Monat beginnt die Transferphase, wie soll da aktuell irgend ein 3. Ligist Verträge verlängern oder Transfers tätigen wenn ab September die ganze Saison gecancelt werden könnte (weil es eben nur Geisterspiele gibt)? Wie machen das die Vereine die per se gegen Geisterspiele sind?

  2. Problem - Einnahmen bis zum Restart der Liga
    Also eventuell 15 Monate ab jetzt wo die Vereine keine Ticketeinnahmen haben, keine TV Gelder, unzufriedene Sponsoren weil ihre Marke nicht präsentiert wird. Bis zum Restart gibt es wohl keine 5 Vereine die noch antreten könnten in der 3. Liga. Und selbst diese werden bis dahin keinen Kader unterhalten können.

  3. Problem - Soziale Problematiken
    Nicht nur Verwaltungsangestellte und Betreuer der Vereine werden gekündigt werden auch für die meisten Spieler der 3. Liga wird das beim Arbeitsamt enden. Die werden nicht alle in der 2. Liga (die ja trotz Geisterspiele stattfindet) unterkommen können.
    Da ein Spieler in der 3. Liga wohl im Durchschnitt 100k im Jahr verdient wird er das Jahr nicht überbrücken können mit Erspartem. Arbeitslosengeld bekommt er, müsste aber gedeckelt sein bei 6.8k Brutto im Monat, macht etwas über 2k Netto.
    Um dem ganzen mal ein Gesicht zu geben nehmen wir mal Nico Karger. Vertrag läuft bis zum Juni 2020. Gerade Vater geworden. Würde wohl nicht in der 2. Liga unterkommen. Falls man diese Saison abbricht und die kommende Saison abhängig davon macht ob diese gegebenfalls mit Geisterspielen begonnen wird oder eben nicht startet, wird sein Vertrag wohl wegen wirtschaftlicher Unsicherheit nicht verlängert werden. Ein anderer Drittligist wird auch nicht auf Verdacht ihm ein Angebot unterbreiten -> Arbeitslos.

Meine Meinung: Wenn es politisch und gesundheitlich vertretbar ist: Saison fortsetzen und eventuell kommende Saison mit Geisterspielen starten. Es ist unromantisch aber Fussballvereine sind Wirtschaftsunternehmen und haben auch eine Verpflichtung ihren Arbeitnehmern gegenüber. Hier würde ich meine Fussballromatik zurücknehmen gegenüber den Existenzen von vielen Vereinen, Spielern, Trainern, Betreuern, Verwaltungsangestellten,…

Also der Fußball hat bei uns schon einen hohen Stellenwert.
Die jeweiligen Fans wollen nicht, dass ihr Verein pleite geht.
Der Löwe ist da besonders leidensfähig und 1860 steht da im Vergleich gut da, weil die Fans sehr opferbereit sind.

Man muss da für die nächste Zeit kreativ und erfinderisch sein.
Ich könnte mir auch Spiele mit reduziertem Zuschauerpotential vorstellen.
Auch fände ich es nicht schlecht, dass der Fan das Spiel bezahlt, das er im TV ansieht, und eben nur das Spiel.
Da könnte durchaus eine neue Einnahmequelle entstehen.
Viele von uns würden 20 € bezahlen für ein Löwenheimspiel z.B im Herbst bezahlen, nicht in erster Linie, weil so ein Spiel am TV so toll wäre, sondern einfach, weil man das Löwenteam m Leben erhalten will.

Wird gar nicht mehr gespielt, fällt definitiv alles auseinander.

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Meine zynische Meinung zu deiner Frage:
„Mich würde mich ja auch die Meinung von den „Abbruch Befürwortern“ interessieren. Oder nehmen die nur den eventuellen Nichtabstieg bzw. Aufstieg mit und ab September sind Geisterspiele mit Hygieneauflagen besser wie kein Fussball?“

Die Antwort ist mEn mit „ja“ zu beantworten. Mögliches Szenario: Ersten 2, ggf 3 gegen rauf, keiner steigt ab und im September Geistern wir dann los.

Argument wird dann sein: Ja, aber das wussten wir ja im April/Mai noch nicht.