Alles zum Investoreneinstieg oder auch -ausstieg

Also; ich fasse zusammen:
Investor ist er; 20 Jahre sind noch nicht rum; Präsi ist er trotzdem.

???

Erst 2018 sind es 20 Jahre.

[/quote]

Das erklärt das mit dem Präsidentendasein noch nicht. Nur wann er die Mehrheit übernehmen kann.

Weil er nicht Investor in der KGaA ist sondern in der Sales & Service GmbH & Co KG
Das ist ein wesentlich verzweigteres Konstrukt bei Hannover 96.

Nichts desto trotz wird dort alles unterlaufen was 50+1 heißt.

Die Rasenballer haben ja erst vor kurzem eine GmbH gegründet. Dann kümmert sich die DFL hauptsächlich um die Kapitalgesellschaft und nicht um den daran angeschlossenen e.V. (was dem Eigentümer ganz recht sein dürfte).

Hasan Ismaik kann vermutlich bei uns Präsident werden, sofern er denn aufgestellt und von den Mitgliedern gewählt wird. Genauso kann er von den Mitgliedern auch wieder seines Amtes enthoben werden und das ist eben der Unterschied. Er muss sich im e.V. der Kontrolle durch die Mitglieder und Verwaltungsrat etc. stellen und er kann den e.V. auch nicht kaufen, sondern erhält, wenn überhaupt, eine Legitimation auf Zeit.
Einem Karl Heckl hat das damals gereicht, heuzutage will man aber immer alles besitzen und allein darüber verfügen. In Hannover (ab 2018) und Hoffenheim ist der e.V. für den Eigentümer dann relativ uninteressant weil der Verein dann keine oder nur geringe (im Fall von Hoffenheim <=4%) Anteile an der jeweiligen Kapitalgesellschaft halten wird.

Stimmt natürlich; so ergibt das Sinn.

Völlig richtig. Ich war allerdings selbst einmal auf einem Fanclubtreffen, wo sich die die Herrschaften im Nachgang genau über jenen „Schmarrn mit den Turnern und Skifahrern“ von AvL aufregten bzw. lustig machten.

Letztlich läuft alles auf eine Vereinsspaltung raus.

Hm ich tu mich jetzt mit „erfolgsorientiert“ sein etwas schwer. Natürlich will ich nicht gegen den Abstieg spielen. Aber ich will auch nicht Erfolg um jeden Preis.
Ich bin nicht Löwe geworden um zu siegen, sondern u.a. weil das so ein Hammer geiler Verein ist.
Großen Widerstand gegen diese Idee erwarte ich da ehrlich gesagt schon eher.

Edith meint noch:
Dann machen wir eben die nächste Großbaustelle auf an der sich die Fans spalten nach GWS, AA und Investor.

Aber die Baustelle ist doch seit 2011 eröffnet. Es ist sogar DIE Hauptbaustelle beim TSV 1860. Und schau Dir doch die überwiegenden Kommentare in den Internetforen an. Alle schreien nach irgendwelchen Knaller-Transfers. Die interessiert das Grundproblem doch gar nicht. Und das kann man ihnen ja noch nicht mal großartig verdenken.

Ich habe damals jedenfalls nicht „Hurra!“ geschrien und mir „Danke Scheich!“-T-Shirts angezogen. Ich wünsche mir auch sehnlichst die alten Zeiten im GWS zurück, aber die kommen nicht mehr wieder.

Es bleiben im Moment nach meiner Einschätzung nur zwei Szenarien:

Akzeptieren, dass die KGaA fremdbestimmt sein wird (egal ob nun durch Ismaik oder durch einen anderen Investor; denkt wirklich jemand, dass ein Investor, der mit Magath als Frontmann einsteigt, weniger Ansprüche stellen würde als Ismaik??). Und den e.V. so unabhängig wie möglich machen für den Fall der Fälle. Wenn es dann doch besser als erwartet laufen sollte, kann sich wenigstens der größere Teil der Fans freuen und wieder von Erstliga-Fußball träumen. Und auch der e.V. würde letztlich davon profitieren.

Oder den Blockadekurs bis zum bitteren Ende durchziehen. Dann hätten wir damals vermutlich auch gleich Insolvenz anmelden können. Und ob der e.V. jetzt wirklich schon so weit ist bzw. in absehbarer Zeit sein wird, so einen riskanten Weg einzuschlagen, ohne sich selbst in existentielle Gefahr zu bringen, weiß ich nicht. Wäre eine Frage für die Mitgliederversammlung ;-)

Klar, AvL wäre dann das Beispiel eines Präsidenten, der sich um die Belange des e.V. wohl, mit deutlichen Abstand zu anderen Präsidenten, am stärksten engagiert hat. Für mich persönlich auch der Präsident, mit der wohl größten ideellen und emotionalen Verbundenheit zum TSV 1860. Ich konnte ihn auch im Zuge der Pro Initiative damals persönlich kennen lernen und später ganz einfach auch mit dem Bier in der Hand vor der Stawi :-) Er hat halt auch so eine bestimmt geprägte Eitelkeit, die ihm dann auch in der Ausübung des Präsi Amtes wohl manchmal im Wege stand, klar auch ein wenig alte Schule aber insgesamt ein korrekter Typ!

Allerdings muss man das Zustandekommen der Konstellation AvL und Ziffzer auch in diesem speziellen Zeitfenster sehen. Ziffzer ist einfach in das von KHW hinterlassene Machtvakuum gesprungen, dass Auer und Lehner nie ausgefüllt haben. (Persönlich ist für mich das Engagement von Ziffzer, abgesegnet von Lehner, eines der übelsten und ehrabschneidensten Kapitel in der jüngeren Geschichte von unserem Verein…). Der zeitliche Verlauf der anstehenden AR Wahlen und der Pro Initiative samt errungener Deli Mehrheit kam einfach ein paar Monate zu spät, sonst hätte es diese Konstellation so nie gegeben. Und diese Versklavung an die roten vielleicht auch nicht…Vielleicht…

Okay, das sind jetzt die alten Geschichten, was ich damit eigentlich sagen will, dass es letztendlich dann doch die Alpha Tiere sind, die die Dinge bestimmen. Scheiss Neu Deutsch aber „People make things happen“. Und deshalb kann ich dieser hier angedachten, technischen und dann stärker ausgeprägten Trennung zwischen e.V. und KGaA nicht so wirklich folgen.

Es wird einfach immer den Anspruch aus dem Verein geben an den Profifußball, (und jetzt nenne ich das absichtlich mal nicht „an die KGaA“). Und das manifestiert sich dann in Personen. Da bin ich mir einfach ganz sicher. Und diese Adresse ist im Moment eben der Präsident von Sechzig.

Aber okay, da wäre dann so ein Alpha-Tier in der KGaA vorstellbar. Zum Beispiel als Mega Sport Direktor, (ala Magath…). Der ist dann ganz klar vernehmbar ggü den Fans. Auch als Zielperson. Und der gibt dann die Interviews. Und der verhandelt mit dem Investor, bestimmt die Trainer, die strategische Ausrichtung usw, usf.

Daneben dann der gemütliche Vereinspräsident, der im Hintergrund wirkt, sich in Sachen wie neue Turnhalle bemüht, den Breitensport fördert, ein wenig Charity, ein wenig Ehrungen, ja was halt so ein Präsi eigentlich machen soll. Nach einer gewissen Zeit würde ihn die Öffentlichkeit wohl gar nicht mehr richtig wahrnehmen und nur ein paar hundert Mitglieder würden sich zur MV einfinden und sich die Berichte aus den Abteilungen anhören.

Das kann theoretisch funktionieren. Allerdings nur mit der Bedingung Erfolg! Und Erfolg in Sachen Profifußball bei Sechzig sehe ich immer noch ganz stark an die 1. Liga geknüpft. Dann ist dieser Mega Mann in der KGaA auch der gefühlte und akzeptierte Präsident. Läuft das nicht, fällt das wieder auf den e.V. Präsidenten zurück. Weil das Alpha Tier aus der KGaA ja dann längst wieder über alle Berge ist.

Abgesehen davon, kostet der Fahrstuhl in die 1. Liga erstmal Geld. (Also um sich da auch zu etablieren und nicht nur so zufällig reinstolpern ala Paderborn). Und um da weitere Darlehen auf der KGaA zu vermeiden, braucht es da auch noch einen von momentan in der Ausrichtung völlig unklaren Investor Ismaik, zu einem zum Mäzen oder Super-Fan gewandelten Ismaik, oder eben einen neuen Investor, der dann nebst Ablösung der Ismaik Anteile nochmal eine richtige Schaufel von Euros reinsteckt und ein wenig Geduld hat. Vielleicht noch samt neuer Löwen-Arena in Riem? Alles mal so vorfinanziert? Oder geschenkt?

Damit mein Beitrag jetzt noch richtig lang wird, kommt natürlich die Frage an mich selbst ob mir dann sowas gefallen würde. Wobei ich mir bei Beantwortung dieser Frage natürlich auch gefallen lassen muss, dass sich die Zeiten eben ändern und alt geführte e.V’s einfach von Haus aus inkompatibel sind mit erfolgreichem 1. Liga Fußball.

Ich erinnere mich an die Diskussion bei Gründung der KGaA - da hiep es ‚bei einer GmbH & Co KGaA hat der Geldgeber (‚Co‘) nichts zu melden, entscheiden darf nur der TSV (‚GmbH‘), das ist ja der Witz an dieser Konstruktion!!!‘, und einige Leute haben gefragt, wie das funktionieren soll, Geldgeber ohne Mitspracherecht zu bekommen.

Jetzt wissen wir, dass der Plan nicht funktioniert hat.

Im Gegenteil: Jetzt haben wir (sofern der SZ-Artikel das korrekt wiedergibt) die absurde Situation, dass der ‚Co‘ Vereinspräsident werden will, damit er die Geschicke der Profis nicht nur bezahlen, sondern auch bestimmen darf …

warum strebt man nicht lieber die Lösung an, dass man die GmbH & Co KGaA umfirmiert (zur Entflechtung vom Verein)? Damit wäre man dann auch das Dilemma los, dass der e:V.-Präsi gleichzeitig Quasi-Vorstand der Profis sein müsste. Insofern bin ich ganz bei Jompissup[/sup] Argumentation.

Zwei Varianten fallen mir dazu ein: [list=1][]Umwandlung der KGaA in eine KG (dort entscheiden die Anteilseigner nach Proporz), wobei die GmbH entweder aufgelöst wird oder als ‚Papierlöwe‘ die Rolle des Vereins als Anteilseigner vertritt []Auflösung der KGaA; deren Anteile werden zu Anteilen an der GmbH; diese erhält interne Strukturen ähnlich einer AG[/list] [size=8]Wie so ein Übergang im Einzelnen zu machen ist, wissen Experten besser als ich, die muss man halt fragen, stehen im Telefonbuch[/size]

Die neue AG oder GmbH ist dann eigenständig und nur den Gesellschaftern gegenüber verantwortlich, das Verhältnis zum Verein unter Berücksichtigung von ‚50%+1‘ regelt ein Vertrag - evtl. über einen Beirat, wie man ihn jetzt auch hat.

Der HSV hat vor einem Jahr das operative Geschäft der Profis in eine AG ausgegliedertsup[/sup]. Bei Wikipedia ist sehr gut dokumentiert, wie dort Verhältnis und Aufgabenverteilung zwischen HSV e.V. und HSV AG sind. Auch deren Satzungen sind online verfügbar. Bitte als Beispiel zum Nachlesen zu verstehen, nicht als Aufforderung zum Nachmachen.

… und noch zwei Artikelsup[/sup] zum Thema Fußball und Geld / Investoren: ein älterer (2008) aus ‚11 Freunde‘ - Kapitalgesellschaften in der Bundesliga - und ein aktueller aus der ‚Wirtschaftswoche‘ - die Bundesliga GmbH - wo es u.a. auch um verschiedene Unternehmensformen der Bundesligisten geht.

[size=8]sup[/sup] das bei Wikipedia angegebene Gründungsdatum ist etwas verwirrend - der HSV hat bereits 1991 eine AG gegründet, die allerdings andere Aufgaben hatte und mehr oder weniger brach lag. Statt eine neue AG zu gründen, hat man der alten andere Aufgaben zugewiesen - die Aufnahme des operativen Geschäfts war im Juli 2014

sup[/sup] was die Zeitschriften ansonsten schreiben oder taugen, ist mir egal. Ich finde einfach die beiden Artikel lesenswert

sup[/sup] es gibt erfolgsorientierte, vereinsorientierte, traditionsorientierte Fans und noch viele andere Kategorien (Arge, CN, GB, Puristen, Logenfurzer, …) - ich fasse das nicht als wertend oder spaltend auf und verstehe das auch in Jompis Beitrag nicht so - die Leute haben eben unterschiedliche Prioritäten[/size]

@ schroedinger:

Es war auch nicht wertend gemeint von mir. Es ist legitim, sich hauptsächlich für den sportlichen Erfolg zu interessieren. Die Zeiten, in denen Fans in gute und schlechte eingeteilt werden, sollten eigentlich vorbei sein. Aber sie werden vermutlich nie wirklich vorbei sein. Erfolg könnte aber vielleicht sogar wieder ein verbindendes Element werden, wenn dann auch die übrigen Rahmenbedingungen (z.B. Stadionfrage) ernsthaft und zielgerichtet angegangen werden. Aber das ist erst der zweite oder dritte Schritt, den man nicht ernsthaft vor dem ersten angehen kann.

Es gibt doch gar keinen Blockadekurs? Gerhard Poschner ist nach wie vor im Amt, Transfers werden angeblich innerhalb von spätestens 24h genehmigt, das komplette Präsidium ist zurückgetreten. Es gibt öffentliche Aussagen von Funktionären dass sich Niemand traut Entscheidungen gegen den Willen der Investorenseite zu vollziehen.
Der Vorwurf des Investors war: Im Verein wird zu viel geredet. Ja sowas.
Ich hätte persönlich auch nichts gegen einen Blockadekurs aber der soll sich dann bitte nicht anfühlen wie der Verdi Streik bei Amazon. Der Vorschlag von Romirei die KGaA an einer weiteren Verschuldung zu hindern hätte schon etwas, nur wäre das Echo vermutlich relativ unangenehm.

Gewöhnt man sich erst an den Gedanken dass Hasan Ismaik sowieso keine Lust mehr auf sein Hobby hat (Noor Basha vermutlich schon) dürfte jedwede Koperation mit der Investorenseite früher oder später scheitern und sei es nur, weil irgendeiner im e.V. mal wieder zu viel geredet hat.

Der Vorteil wäre dann welcher (wenn man berücksichtigt dass Aufsichtsratssitzungen in der aktuellen KGaA höchstens 2 x pro Jahr stattfinden und dann auch nur wenige Minuten in Anspruch nehmen (<15)?

Leute es liegt doch nicht an der Gesellschaft sondern an den Gesellschaftern dass es nicht funktioniert.
Da kannst jede andere Gesellschaftsform nehmen. Wenn ein Gesellschafter anschaffen will und der andere nur zahlen soll funktioniert keine Gesellschaftsform.

Bei einer AG hätten wir aktuell die Situation dass wir die Lizenz gar nicht bekommen hätten.
Weil da schlägt 50+1 voll durch und bei aktuellen Stimmrechten von 60:40 bei Ismaik is Essig mit der Lizenz.

Bei einer GmbH hätte wir die gleiche Situation wie in der KGaA. Nur Ismaik ist in der Lage Geld nachzuschießen. Also entscheidet er ob und wie viel das unter welchen Bedingungen ist.

Statt sich ständig gegenseitig vor die Füße zu scheißen, sollte man versuchen mal gemeinsame Projekte zu entwickeln. Das verbindet.
Dazu gehört die Strukturen und Gremien zu überarbeiten. Wir könnten z.B. einen 15 köpfigen AR in der KGaA haben. Damit alle Bereiche die die KGaA betreffen gleich durch mehrere beratende Profis im jeweiligen Bereich abdecken. Also fachliche Kompetenz bekommen. Dafür sind solche Gremien doch da.

Es gibt da noch wesentlich mehr was es zu tun gäbe ohne permanent ins Sportliche rein zu schnabeln, von dem aber weder der Eine noch der Andere eine Ahnung hat.

Ich glaube nicht, dass der Zusammenhang an einer MV an die Mitglieder vermittelbar ist.
Dazu ist das Gesamtpaket an sich zu komplex.
Es ist jetzt schon schwierig genug festzuhalten, wer wann mit wem was auf welcher Grundlage in welcher Position entschieden hat.
Wie ich auch bei mir wird es sicher viele andere geben, die ohne die Profimannschaft nie Mitglied im Verein geworden wären.
Da frag ich jetzt mal ganz salopp: Was bringt mir denn noch die Mitgliedschaft, wenn ich da über den e.V. eh nicht mal mehr den minimalsten Einfluss mehr habe?
Mit welcher Begründung bin ich dann noch Mitglied, wenn ich mit dem Rest - also Tennis, Ski, Boxen … wenig am Hut habe?
Gibt es dann die Fördermitgliedschaft bei der KGaA?

@ Adgores:

Berechtigte Frage, die ich aber nur für mich persönlich beantworten kann:

Ich bin damals nicht aus ideellen Gründen Mitglied geworden, sondern weil Wildmoser damals die Dauerkartenvergabe an eine Vereinsmitgliedschaft geknüpft hat. Im Nachhinein betrachtet eine sehr effektive Aktion von ihm. Denn ohne diese Sache hätte Sechzig meiner Meinung nach bei weitem nicht so viele Mitglieder.

Mitglied geblieben bin ich bis heute aber auf jeden Fall aus ideellen/idealistischen Gründen heraus. Und ich denke, viele andere auch.

Die Sache mit der Trennung zwischen e.V. und KGaA kann man ja hauptsächlich im Innenverhältnis regeln. Das heißt ja nicht, dass beide Teile zwangsläufig auseinanderdriften müssen. Im Gegenteil, wenn im e.V. und in der KGaA kompetente Leute in Ruhe den Aufgaben in ihrem jeweiligen Bereich nachgehen können, können beide „Seiten“ davon profitieren. Dann wird es im Idealfall nach außen hin wie Eins aussehen. Aber wie gesagt, jeder hat seine eigene Spielwiese zu beackern. Und an den Verknüpfungspunkten, die es auch weiterhin geben muss und geben wird, muss man Hand in Hand im „beiderseitigen“ Interesse entscheiden und handeln. Warum soll das bei Sechzig denn anstatt der üblichen Dauerquerelen und Zickenkriege nicht auch mal zur Abwechslung möglich sein?

Ich habe jetzt das GM-Interview noch zweimal in voller Länge gelesen. Ein paar Dinge möchte ich zusätzlich zu den schon genannten Kernpunkten notieren:

  • GM sagt, Ismaiks Geld sei „nahezu vollständig in strukturelle Defizite geflossen, die schon 2011 bei seinem Einstieg bekannt waren“. Und die Erläuterung heißt wenig überraschend: „Stadionkosten“. Das bedeutet ja wohl, dass die Erpressbarkeit des e. V., die sich an der Causa Poschner erstmals offen gezeigt hat, den gleichen Grund besitzt wie der Frust Ismaiks über sein verbranntes Geld: Allianz Arena. EIgentlich komisch, dass trotzdem keiner der KGaA-Gesellschafter seit vier Jahren ernsthaft etwas unternimmt, um diese Quelle des Übels auszuschalten.

  • Dem Interview ist stark eine persönliche Verletzung Mayrhofers anzumerken, die ihm Ismaik dadurch zugefügt hat, dass er das letzte halbe Jahr offenbar einfach die Kommunikation mit ihm abgebrochen hat (Isolationsfolter sozusagen) und ihn auf Investorensuche geschickt hat, um das vorgelegte Angebot am Ende nicht in der gewünschten Weise anzunehmen. Mir scheint, es ist eine Mischung aus Enttäuschung, Ratlosigkeit und Erschlaffung, die GM am Ende zum Aufgeben bewogen hat. Bekanntlich entstehen Ent-täuschungen dann, wenn man sich vorher Täuschungen hingegeben hat. GM hat offenbar zu Beginn geglaubt, dass Ismaik dieselbe Identifikation mit dem Verein empfinde, von der er selbst immer gesprochen hat. Dreimal(!) betont er, ein Investor bei 1860 müsse sich „leidenschaftlich“ verhalten - nun ja, so argumentieren Fans, aber keine Geschäftsleute. Am Ende steht die bittere Erkenntnis: „Ich habe das Gefühl, dass er denkt, wir wären seine Angestellten“. Da werden die Technokraten Schneider/Bay schon wesentlich realistischer an die Sache herangehen.

  • Ob Ismaik zeitnah verkauft oder nicht, halte ich weiterhin für völlig offen (wie GM auch). Wenn Ismaik sich aktiv seit einem Jahr um Käufer bemüht hat, wird der Gedanke jetzt nicht völlig aus seinem Kopf verschwunden sein - es sei denn, er stellt nach GMs Interview ganz auf stur (mal sehen, ob darauf eine Reaktion aus Abu Dhabi kommt). Eine andere Frage ist, ob die alternativen Investoren nach dem Affentheater der letzten Wochen noch Lust haben. GM erwähnt, sie hätten sich (erst) in der Euphorie des Klassenerhalts und der 130T Zuschauer wieder bei ihm gemeldet. Die ist mittlerweile definitiv verflogen und wird so schnell auch nicht wiederkehren. Ich halte es immer noch für falsch und unprofessionell, dass GM mit den Angeboten in der Hand alles binnen weniger Tage über die Bühne bringen wollte. Vielleicht hätte Ismaik bei etwas mehr Ruhe und Geduld eher zugebissen - vielleicht.

  • Ismaiks Präsidentschaftspläne halte ich genauso für eine Schnapsidee des Augenblicks wie manches andere, was er über die Jahre schon von sich gegeben hat. Die Reaktionen auf seinen öffentlichen Brief in der DV 2013 dürften ihm nicht verborgen geblieben sein. Vielleicht will er die Leute in München auch nur in regelmäßigen Abständen verwirren. Ihm alle Macht (auch im e. V.) vor die Füße zu werfen, brächte keinerlei neue Sicherheiten - schon wieder sehr naiv, dass Mayrhofer diese Option ernsthaft vorschlägt. Da hat Ismaiks Zermürbungsstrategie offenbar ein erstes Ziel erreicht.

  • „Wenn Menschen eine Meinung haben, sollen sie diese auch äußern können.“ Den Satz unterstreichen wir doch gerne als GMs wahres Vermächtnis für unseren Verein und dieses Löwenforum. Auch wenn er sich als Präsident selbst nicht immer ganz konsequent daran orientiert hat…

Eben, davon gehe ich aus.

Ja. Insofern bin ich ja selbst ‚Erfolgsfan‘, als es mich ankotzt, seit Jahren eine Mannschaft rumdödeln zu sehen, denen der sportliche Erfolg komplett egal zu sein scheint. Mag ich mir gar nicht anschauen.

Gegenüber Zeiten, wo sich Arge- und CN- Leute nicht mal angespuckt haben, ist der heutige Zustand doch fast perfekt.

Auch die Stadionfrage wird im Vergleich zu vor ein paar Jahren viel mehr in der Zielrichtung diskutiert (abgesehen von persönlichen Vorlieben), was dem Fortbestand (dazu gehört der Erfolg, aber auch die Finanzierbarkeit) am meisten zuträgt.

Nachdem ich das Testspiel gegen die Schweizer gesehen habe, bin ich inzwischen überzeugt, dass die Anwesenheit von Laufbahnen rund um den Rasen zu schnellen Bewegungen anspornt. Insofern bin ich mir jetzt ganz sicher, dass der Ausbruch aus der Stagnation nur in einem Stadion mit Laufbahn erfolgen kann – bin deshalb absolut für das Oly.

Der erste Schritt ist kaum aufgefallen, aber er wurde getan: Ende des Abnick-Delegiertensystems, Ende der bedingungslosen Feindschaft zwischen Arge, CN, Pro (in alphabetischer Reihenfolge), Proteste gegen Møtørgerds Napoléon-Allüren (Facebook-‚Trottel‘-Sache) und noch mehr so Kleinigkeiten.

Die großen Probleme sind dadurch nicht wirklich kleiner geworden, das ist klar. Anteile verkauft an jemanden, den man nicht mag. Strukturelles Defizit in Höhe von ca. 1/4 des Etats. Dazu dieser optische Tinnitus (man sieht überall nur Pfeifen) … nicht gut.

Mein Mitleid dafür hält sich in Grenzen.

Dass Ismaik die Kommunikation abgebrochen hat, ist eher ein Indiz für einen gesunden Geisteszustand.

Ich mag den Ismaik auch nicht unbedingt gern, aber verarschen, austricksen und blöd behandeln lassen - geht gar nicht.

Møtørgerds Aufandsentschädigungen kamen nicht aus Überschüssen aus dem Logen-Verkauf, sondern von genau dem, den er hier ankackt.

@ LeoRugiens

Das mit unserem sog. strukturellen Defizit ausschließlich auf den Betrieb einer Leuchttoilette zu schieben, erscheint mir halt arg bequem, grundsätzlich völlig unabhängig von den Äußerungen eines Motröttels.