BREXIT und seine Nebenwirkungen

Nicht schlecht. Mein Favorit für derartige Situationen bleibt aber: „Darf ich Ihnen das ‚Tschüß‘ anbieten?“

Ui, völlig überraschende Wendung. EU stimmt einer Austrittsverlängerung zum 31.01.2020 zu.
Diesmal aber endgültig. :D

Freut mich

Noch ne kleine Dystopie meinerseits:

Brexit News, 23.06.2041

Heute feierte das britische Königreich mit pompösen Paraden in London, Edinburgh, Belfast und Cardiff das 25jährige Brexit-Jubiläum

Nachdem die regierenden LibDems mit ihrem neu ausgehandeltem Deal an der Zustimmung des Unterhauses scheiterten, erwarten Experten der 2022er Brüsseler Brexitabteilung, dass die 33 EU-Staaten der beantragten Austrittsverlängerung zum letztmaligen Austritts-Datum 31.09.41 trotz zunehmenden Murrens zustimmen werden
Der 72jährige EU-Alterspräsident Robert Habeck dazu bei der gestern stattfindenden Einweihung des Flughafen BER: „Das ist jetzt aber wirklich das allerletzte Mal. Auch unsere Geduld ist irgendwann am Ende“

Das (noch) Vereinigte Königreich hat gewählt. Der Austrittszirkus geht somit am 31. Januar zu Ende, doch der Clown bleibt an Bord für den zweiten Teil der Show. Wird diese noch lustiger oder ist der erste Teil nicht zu toppen? Dieser hat immerhin für 3 Jahre gute Unterhaltung gesorgt.
Spannend bleibt auch die Frage, ob eine Nebenshow mit Darstellern in Kilts entstehen oder ob doch keine Drehgenehmigung erteilt wird.

das nächste Volk das einen offensichtlich Geistesgestörten mehrheitlich wählt. Hätte ich so von den Briten nicht erwartet. Die Tatsache, dass sie eigen sind ist ja nix neues, aber für so verblödet hätte ich die nicht gehalten.

Hat mich -zumindest in der Eindeutigkeit- auch überrascht. Aber wie auch immer, damit steht nun fest, dass die Mehrheit der Britinnen und Briten offenkundig den Brexit will. Sonst hätten sie den Tünnes ja nicht gewählt. Also sollte man das jetzt auch zügig und möglichst reibungslos über die Bühne gehen lassen. Ich persönlich verspüre jedenfalls so gar keine Lust, mir nochmal dreieinhalb Jahre ein derartiges Trauerspiel zu geben…

Da sollte man aber Immer das britische wahlrecht beachten: 43,6% haben die Tories. Würde man das deutsche verhältniswahlrecht nehmen, ungeachtet, dass Wähler sich dann unterschiedlich verhalten hätten, hätte Labour/Libdems eine ganz knappe Mehrheit. Alle anderen Parteien wären draußen.

Auch mit der brexit party und der dup gäbe es nur 46,4% der brexit befürwortenden Parteien zusammen.

Hätte hätte…Du weißt, wie’s weitergeht…

Auf der komischen Insel gilt nunmal komisches (Mehrheits-)wahlrecht und damit sind die Verhältnisse jetzt halt wie sie sind. Das muss man nicht gutheißen, aber man sollte es akzeptieren. Was bleibt einem denn auch anderes übrig…?

Bin froh, dass dieses Theater endlich beendet wird, nun soll er erlauben Scotland sich vom Königreich abtrennen zu dürfen, darauf hin folgt Nordirland :slight_smile: und die Waliser können mit den Engländern schön alten Tradition pflegen und wieder mehr fischen :slight_smile:

Bei den Walisern hat sich die Haltung zur EU aber auch gedreht.
Bemerkenswwrt: in Nordirland stellen die republikanischen Parteien zum ersten Mal mehr abgeordnete als die Unionisten.

Die Inselaffen (ohne Schottland, die bleiben uns hoffentlich erhalten) können jetzt schön ein Vasallenstaat der Amis werden. Handelsabkommen liegt schon beim Donald in der Schublade. Wird nix mit British Empire, nächstes Jahr wird die britische Wirtschaft (selbst mit Schottland) von der Wirtschaft der ehemaligen Kronkolonie Indien überholt :smiley:

Seit mehr als 3 Jahrzehnten habe ich mich (als aufmerksamer Beobachter der Europapolitik) darüber geärgert, dass man die Briten nicht aus der Europäischen Gemeinschaft ausschließen kann. Die waren in jeder Konstellation ein Bremsschuh fortschrittlicher sozialer Politik. Jetzt gehen sie freiwillig! Darauf einen irischen Whiskey.
Aber auch aufpassen, dass Schmarotzer wie Boris und Co. bei weiteren Verhandlungen nicht mit ihrer geplanten Rosinenpickerei durchkommen. Die Rechten in der EU: Orban, Salvini, die AfD usw. sind die fünfte Kolonne von Boris und Donald.

Ich bin schon enttäuscht dass Jeremy Corbyn mit Labour den Wahlkampf so vergeigt hat. Ich bleibe ein Befürworter des Brexit, aber jetzt wird die „falsche“ Partei ihn umsetzen, vermutlich vor allem zu Lasten der Schwachen im Land. Die haben jetzt schon nicht so viel zu lachen. Aber Boris Johnson hat das schon gut gemacht. Vermutlich haben ihn viele einfach, wie schon zuvor Donald Trump, unterschätzt.
Für die EU bleibt das Dilemma dass der Brexit politisch und wirtschaftlich kein Erfolg werden darf.
Man muss also mithelfen dass dort der Karren möglichst schnell gegen die Wand gefahren wird. Sonst wird die Gefahr von Nachahmern viel zu groß.

Der Historiker Norman Davies hat ein interessantes Buch „Verschwundene Reiche“ geschrieben (erschien 2011 !). Ein ziemlicher Wälzer, den man mittlerweile als Taschenbuch auch gebraucht billig bekommen kann. Im Kapitel über Eire – Irland - betrachtet er auch die Zukunft Großbritanniens.

„Dass das Vereiniget Königreich zerfallen wird, ist eine ausgemachte Sache. Früher oder später brechen alle Staaten zusammen, wobei lockere, asymmetrische dynastische Zusammenschlüsse verwundbarer sind als geschlossene Nationalstaaten.“
„Wenn Schottland geht, wird ein geschwächtes England – frustriert und seiner Großmachtsambitionen beraubt – mit zwei wesentlich kleineren abhängigen Gebieten zurückbleiben."

Geht noch ganz interessant weiter.

Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Staaten wie Ungarn, Polen, Tschechien dem britischen Beispiel so schnell wie möglich folgen würden…

Weil Du keine Polen, Ungarn und Tschechen magst?

Ich find das Ergebnis der Britenwahl gut. Jetzt weiß man halt, woran man ist mit dem Brexit. Vielen britischen Wählern war es vermutlich inzwischen fast peinlich, was Großbritanniens Regierung und Parlament da die letzten Jahre veranstaltet haben.
Uns Deutschen werden die Briten wohl bald schmerzlich fehlen, weil jetzt ein EU - Nettozahler wegfällt, und wer diese weggefallenen Beiträge nach Brüssel übernehmen soll, mhmmm, ich dachte da so an die Griechen…

Dass jetzt auf der Insel der wirtschaftliche Zusammenbruch eintreten wird, das glaub ich keine Sekunde. Reden wir in einem oder zwei Jahren weiter.

Naja wirtschaftlicher Zusammenbruch… im Grunde genommen gibts doch dort drüben nur noch Banken, und in Schottland bisl Öl…aber sonst ?

Ich war schon in vielen englischen Firmen und habe schon für einige gearbeitet.

Es gibt dort sehr viele Headquarters amerikanischer Unternehmen. Die haben dann vom Mutterhaus aus keine sprachlichen Barrieren und den Zugang zum Binnenmarkt. Der fällt nun weg. Viele andere Firmen sind einfach Fertigungsstätten. Billige Arbeitsplätze und Zugang zum Binnenmarkt. Viele dieser Firmen werden abwandern, was vor allem auf dem Land Probleme geben wird. Irland wird auch ein großer Wettbeweber für diese Firmen.

Die EU Förderungen für die Unis (Cambridge!) sind noch nicht ersetzt worden. Ohne Budget für 2020 werden viele Projekt gestoppt bzw. runtergefahren. Weite Bereiche der Landwirtschaft sind auf EU Gelder angewiesen. Es ist nicht klar, ob und wie die von London ersetzt werden.

Das ist auch das Problem der Schotten. Man geht davon aus, dass der Geldfluss von London bis Aberdeen stetig kleiner wird, also fast nichts in Schottland ankommt. Das wird ein Problem geben.

Nee, weil (nicht nur) die die europäische Idee pervertieren und mit einer EU wie sie mal angedacht war, eigentlich garnix zu tun haben wollen. Das Ding ist schlicht zu schnell zu groß geworden. Und vermutlich nicht mehr reformierbar.

Die „europäische Idee“ wurde im Laufe der Jahre in einigen Punkten auch komplett auf den Kopf gestellt. Ich möchte das gar nicht auf Dich beziehen aber ich beobachte bei dieser Diskussion oft auch eine gewisse Arroganz. Wenn ich in Polen für umgerechnet 800 Euro in einer Fabrik schuften müsste wäre meine Toleranzgrenze vielleicht auch etwa niedriger. Wenn man finanziell besser gestellt ist tut man sich vielleicht auch einfacher mit Solidarität, da man die persönlichen Befürfnisse bereits weitgehend abgedeckt hat.
„Wohlstand für Alle“ hiess mal ein Buch von Ludwig Erhard und das war vermutlich auch etwas was sich viele Bürger von der EU erhofft haben. Die Realität holt inzwischen immer mehr Menschen ein und auch in Deutschland gibt es einen wachsenden Teil in der Bevölkerung der sich bei „Deutschland geht es gut“ und „einem Land in dem wir gut und gerne leben“ nicht mehr angesprochen fühlt.
Ich finde auch die Jugendarbeitslosigkeit in einigen Ländern immer noch ziemlich erschreckend
Griechenland 33 %
Spanien 33%
Italien 28%
Schweden 20%
Frankreich 19%
Kroatien 18%
Portugal 18%
Finnland 17%
Zypern 17%
Slowakei 16%
Belgien 15,5%
Vielen Ländern geht jetzt schon die Arbeit für die Menschen aus, und dass die Ostblockstaaten da nicht dabei sind liegt vermutlich auch daran dass dort viele zum Arbeiten z.B. nach Deutschland kommen. So betrachtet haben viele Bürger dieser Staaten Europa sogar viel mehr akzeptiert als Mainstream Medien es einem manchmal glauben machen. Ich möchte jedenfalls nicht 1.000 km von der Familie entfernt arbeiten müssen nur um über die Runden zu kommen.