Bundestags- und Politikthread

Auch Haßfurt liefert bisher keine billige Energie. Haßfurt zeigt was technisch machbar ist, das wurde aber aus meiner Sicht noch nie bestritten.

Die TAZ Autorin Ulrike Herrmann, die eher nicht im Verdacht steht der Fossil-Lobby anzugehören, hat dazu ja einen Bestseller geschrieben (" Das Ende des Kapitalismus: Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind"). Ich habe Zweifel dass der Kapitalismus verenden wird.

Doch, es gibt schon auch eine Anti-EE „Fraktion“, die nicht an ein technische Machbarkeit von 100% EE glaubt.
Aber meine Aussage bezog sich darauf, dass sich in Haßfurt nicht zwei Lager bekriegen (so kam das bei mir an, was ich im Netz gelesen habe; ich kannte das Projekt bis vor ein paar Tagen nicht), sondern dass hier, sicher gegen viele Widerstände, lagerübergreifend ein Projekt entwickelt wurde.

Wenn Apollo schreibt EE seien politisch nicht gewollt (er meint vermutlich die aktuelle Regierung), sitzt er - in meinen Augen - eben einer EE-Lobby auf, die um ihre Pfründe fürchtet.
Ich finde Frau Reiche keine gute Personalie, weil sie aus der Gaswirtschaft kommt. Ihr zu unterstellen, dass sie EE grundsätzlich ablehnt, halte ich für falsch und kontraproduktiv.

Über Frau Herrmann brauchen wir nicht sprechen. Aber sie ist wenigstens ehrlich, sie ist für staatlich organisierten degrowth.

1 „Gefällt mir“

Diese Schwester ist mit Michael Kellner verheiratet, der auch Staatssekretär im BMWi war.

Von habeck?

1 „Gefällt mir“

Welche Pfründe denn? Die, welche Altmeier und Reiche schon platt gemacht haben?
Nochmal. EE haben wir grösstenteils im eigenen Land! Öl, Gas und Co kommen von teilweise völlig unberechenbaren Anbietern.
Diese würde ich als Back-Up nutzen, aber zukünftig niemals als primäre Quelle.

Mich nervt diese schwarz-weiß Denke, der Du aufsitzt. Als ob es immer nur das Eine oder das Andere geben könnte.

2 „Gefällt mir“

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich nach deinem Video geläutert ins Lager der Guten zurückkehre.

Ich nehme für mich genauso Sachlichkeit und Differenzierung in Anspruch wie „ihr“.
Das gegenseitige genervt sein müssen wir wohl ertragen.

Das nennt man Demokratie.

Ist die Frage ernst gemeint?
In dem Spiel geht es um Geld, um viel Geld. Um staatliches Geld, aber auch um Geschäftsmodelle. Das ist ja auch OK.
Aber man sollte nicht dem Fehler aufsitzen zu glauben, bei Atom und Fossil sitzen nur die bösen Kapitalisten und bei Wind+PV wollen alle nur die Menschheit retten

Nein, dass habe ich nicht geglaubt. Das Du aber keinen mm bereit bist, dem eine Chance zu geben, zeigt mir das Deine Einstellung bei diesem Thema auch nicht so flexibel ist, wie Du es Dir von der anderen Seite erhoffst.

Nein, ich wollte nur meine Tastatur ausprobieren…

Natürlich gehts auch bei EE ums Business. Was auch sonst.
Nur bringt das eine Modell, so nebenbei, die ganze Ökologie ins Ungleichgewicht und betrifft die ganze Menschheit. Das durften wir die letzten 100 Jahre erleben
Auch bei EE gehts ums Geld, aber hier sehe ich die Chance, dass wir damit irgendwann nicht den ganzen Planeten aufs Spiel setzen und als Nebeneffekt noch Terror-Regime unterstützen.

2 „Gefällt mir“

Das sehe ich anders. Ich habe seine Argumentation der 22GW Back Up angezweifelt. Es steht jedem hier frei mir dazu zu antworten.

Im Übrigen hat das Beispiel Haßfurt meinen Blick auf das Thema durchaus etwas verändert. Und gegen EE war ich nie. Ich glaube halt nicht an die Erzählung, dass mehr EE, wie z.B. jetzt Windräder in BW in wohl eher windschwachen Gebieten, der für Deutschland beste Weg ist - es sei denn, man setzt, wie Frau Herrmann, Klima klar vor Ökonomie (die AfD will kulturell in die 70er/80er, Frau Herrmann ökonomisch… SCNR)
Aber dann werden die Verteilungskämpfe, die ja hier sehr gerne aus einem eher linken Blickwinkel bewertet werden, noch wesentlich schärfer…

Falls jemand Interesse an von mir empfohlenem Lesestoff hat:
100 Prozent Ökostrom? Nicht nötig, aber absurd teuer! - Wirtschaftliche Freiheit

Welche „Pfründe“ hat denn die EE-Lobby? Vor allem im Vergleich zur Fossil-Industrie, die aus Internationalen Konzernen mit im schlechtesten Fall einstelligen Milliardengewinnen besteht, und sehr lukrative Manager- und Aufsichtsratsposten zu vergeben hat?
Bei den EE ist doch die Gefahr gerade für die Konzerne, dass das auch kleinteiliger und bspw. mit Genossenschaften organisiert weden kann, was bei einem großen Kohle- oder Gaskraftwerk eher schwierig ist.

Edit: dass das auch alles marktwirtschaftlich organisierte Firmen sind, bei denen es letztendlich ums Geld geht, ist klar. Das ist aber kein Unterscheid zu den fossilen

Es ihr nicht zu unterstellen ist meiner Ansicht nach vor allem dann möglich, wenn man ihren Äußerungen möglichst wenig Beachtung schenkt. Alleine die Eckpunkte für das GMG sprechen auch wieder eine deutliche Sprache. Den Bericht der Bundesnetzagentur hatte ich auch schon irgendwo erwähnt, da geht es ja so weit, dass schlicht falsche Annahmen bzgl. der EE getroffen werden, um Gaskraftwerke notwendig erscheinen zu lassen.

1 „Gefällt mir“

Die Eckpunkte des GMG gefallen mir auch gar nicht.
Das geht tatsächlich hinter den Stand des ersten GEG zurück.
Schneider setzt hier offenbar darauf, dass die Förderung hoch bleibt.
Die Gasgeräte-Hersteller hatten schon Pläne die Produktion wieder hochzufahren, dann kam Trump…

Belege??

Was vor 20 Jahren ein Schwachwindstandort war, wo der Betrieb nicht wirtschaftlich war, kann mit der Technik von heute durchaus genutzt werden. Im Gegensatz zu Norddeutschland gibt’s in BY und BaWü Hügelland und inzwischen Schwachwindanlagen (wie z.B. in Freimann), die aufgrund der Nabenhöhe mit größeren Rotorblättern (welche dann auch langsamer und lärmärmer laufen) bei den mittleren Windgeschwindigkeiten von 5-6 m/s gute Erträge bringen. Es ist für mich unverständlich, dass niemand sich über Höchstspannungsleitungen mit entsprechenden Feldern aufregt, aber beim Windrad gehen alle auf die Barikaden.
Ich weiss nicht, ob sich die Region Altötting/Burghausen so einen Gefallen mit der Ablehnung des Windparks getan hat. Wacker baut ja schon Stellen ab, u.a. wegen nicht konkurrenzfähiger Energiepreise.

1 „Gefällt mir“

Erneuerbaren-Branche: 32 Milliarden Euro in Gefahr

Und das ist das energiepolitische „Gegengewicht“ zur Öl- und Gasindustrie, die seit über 50 Jahren pro Tag durschnittlich ~ 3 Milliarden Dollar Gewinn - nicht Umsatz! - macht?

Edit: Laut IWF lagen die expliziten (= direkten) Subventionen für fossile Brennstoffe im Jahr 2022 bei 1,3 Billionen US-Dollar (inklusive impliziter Subventionen ca. 7 Billionen USD). Eine Branche, die über 1 Billion Dollar Gewinn pro Jahr macht, bekommt dafür noch 1,3 Billionen Steuergeld. Aber die Erneuerbaren sollen sich gefälligst auf dem freien Markt behaupten…

2 „Gefällt mir“

Aber für Dich auch hier nochmal:

Der Artikel fasst zusammen, ordnet ein und verlinkt die entsprechenden weiteren Quellen.
(und hier ist der ursprüngliche Beitrag von mir dazu: Bundestags- und Politikthread - #11048 von Alrik)

1 „Gefällt mir“

Ah. Es drohen ausbleibende Investitionen. 32 Mrd. alleine in Niedersachsen in fünf Jahren, also gute 6 Mrd. pro Jahr. Das als „Pfründe“ zu bezeichnen halte ich für äußerst gewagt. Aber gut, kann man so sehen.

1 „Gefällt mir“

Wacker braucht eher keinen Strom für 11,31 Cent. Und sie eröffnen sogar einen neuen Standort, in Karlsbad Tschechien. 40% Atomstrom, 35% dreckige Braunkohle, 4% Solar und 5% Erdgas. Die müssen bei Wacker komplett verrückt sein.
Aber nachdem Strom in Tschechien eigentlich gar nicht so billig ist spielen vermutlich eher andere Standortfaktoren eine Rolle und das Chemiedreieck in Burghausen wird so oder so verlieren, völlig egal ob die da jetzt noch einen Windpark hinstellen oder nicht.

Die Nachfrage bei uns geht schlichtweg zurück während sie in anderen Regionen der Welt steigt.

Naja: Strom in Tschechien wird billiger, Staat übernimmt Förderung von erneuerbaren Energiequellen | Radio Prague International
Das dürfte eine Antwort auf dem deutschen, subventionierten, Industriestrompreis sein.

Wacker Burghausen hat lt. PNP einen Strombedarf von knapp 3 TWh im Jahr. Gut 1 TWh wird selbst erzeugt (zu gut 80% mit Gas). Wenn der Strom ca. 3ct. pro kWh günstiger ist, macht das etwa 50 Mio. € aus. Dafür kann man schon den einen oder anderen Aufsichtsrat bezahlen. Und den einen oder anderen Dividendencent ausschütten.

Wie so oft bildest du den worst case ab. Insofern same procedure …

Zur Sache.
Rein zufällig habe ich beruflich regelmäßig mit Wacker, Borealis und OMV zu tun.
Sowohl in Burghausen als auch in Gendorf. Ich muss dir leider sagen, das sich dort Niemand mit „verlieren“ beschäftigt.
Natürlich wird es einen Wandel geben, weg von den Fossilen. Dieser Wandel soll aber gestaltet und nicht abgewickelt werden.
Richtig ist, dass dort mehr Energie gebraucht wird. Eine neue Trasse ist in Planung, muss aber die üblichen Hürden nehmen.
Du googelst doch gerne und spielst mit der KI.
Versuchs doch (noch) mal, vielleicht nicht mit den üblichen Untergangsszenarien als Promt.
Und Herzchen nicht vergessen.

3 „Gefällt mir“

Dass der Orban nach 15 Jahren an der Macht inkl Umbau des Rechtsstaats und der Medien etc. sowie der schützenhilfe von Trump, Putin und co. doch noch abgewählt wird, man glaubt es kaum.

7 „Gefällt mir“