Die Zeit des Investorenmodells bei unserem Verein ist nun vorbei, wie auch unser Präsident so schön formuliert hat. Und der e.V. arbeitet nun akribisch daran den Spielbetrieb auf eigene Beine zu stellen und den Weg in eine neue und unabhängige Zukunft einzuschlagen.
Die Satzung der neuen Spielbetriebs GmbH sieht ja auch vor, dass der Verkauf von Anteilen nur mit einer 2/3 Mehrheit in der MV beschlossen werden kann, aber 50+1 auch bei den Anteilen immer beim e.V. liegen muss.
So far so good …
Ich glaube es gibt aber auch einen Konsens darüber, dass in einigen Jahren eine langfristige sportliche Entwicklung des Vereins wohl kaum ohne die finanzielle Unterstützung von strategischen Investoren gelingen kann.
Jetzt haben wir sehr lange darüber gesprochen, wie eine Beteiligung durch Investoren nicht aussehen darf, aber wie sollte es denn eines Tages idealerweise gestaltet werden? Was bedeutet überhaupt ein strategisches Investment in einen Fußballverein? Zu welchen Schritten wäre ein Investor oder einen Investorengruppe denn überhaupt bereit? Was sind die Benefits, was können oder wollen sich Geldgeber aus so einem Investment versprechen? Ist es nur der Erwerb von Anteilen als Einmaleffekt, oder eine andauernde Unterstützung?
Und was ist für uns, die Mitglieder, denn überhaupt akzeptabel? Welches Engagement wünschen wir uns, wo wären die roten Linien?
Ich glaube, da gibt es auch hier im LF ganz unterschiedliche Interpretationen und Vorstellungen. Mich würde eure Sicht auf diese Frage interessieren.
Ein Investor will in erster Linie Rendite. Sonst ist er kein Investor, sondern ein Mäzen (Gönner).
Der „einfachste“ Weg mit einem Fußballverein Geld zu verdienen ist es, sportlichen Erfolg zu haben. Das heißt der Investor muss bereit sein in den Erfolg zu investieren. Idealerweise käme jemand, der nicht nur den kurzfristigen Erfolg will (und teure Spieler holt), sondern der nachhaltig etwas aufbauen will (und in Infrastruktur und Jugend investiert).
Ich persönlich bin nach der Netflix Serie Fan von Wrexham geworden, weil deren Investoren sich wirklich intensiv um die Stadt, die Fans und die Community gekümmert haben. Natürlich muss man noch abwarten, was passiert, wenn die ein paar Jahre weniger erfolgreich sind, aber die scheinen ja wirklich (fast) alles richtig gemacht zu haben - und ganz nebenbei haben die ihr Investment mehr als verhundertfacht.
Ich finde das auch ein schönes Beispiel für Investment in einen Fußballclub, allerdings gibt es dort eben nicht das 50+1 Konstrukt, welches für Investoren, die unternehmerisch gestalten wollen eben schon ein kleiner, aber nicht unbedeutender Hemmschuh ist.
Kennt ihr einen Investor in Deutschland, der sein Investment materiell gesteigert hat? Oder eben andere messbare Vorteile generiert hat?
Ich sehe nichts erstrebenswertes darin, sich Erfolg kaufen zu lassen. Aber ich hatte es heute ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass wir voraussichtlich bei zu wenig Erfolg sicher bald glauben, dass wir uns da die entsprechende Hilfe holen müssen.
Für die Regionalliga brauchen wir keine Investoren. Und für die 3.Liga ehrlich gesagt auch nicht.
Und falls wir uns so aufgestellt haben, dass wir uns konstant verbessern, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich, gibt’s nur eine Sache, für die wir Investoren wirklich benötigen. Und das ist das Stadion. Alles andere? Kann man auch so schaffen.
Und zwar alles andere. Von Champions League Gewinn vielleicht mal abgesehen.
Ein Investor mit Fußballsachverstand, der den Verein kennt , dessen Statuten und Grämien , sowie 50+ 1 akzeptiert, nachhaltig arbeitet , ohne Hire und Fire Mentalität und Sechzig mit seiner Identität, sowie den Standort Giesing akzeptiert, sollte grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden! So sieht es auch die Vereinsspitze.
Dies eierlegende Wollmilchsau ist aber schwer zu finden.
Ich schließe das nicht grundsätzlich aus. Bin nur der Meinung, dass wir erstmal lernen müssen, wie man ordentlich wirtschaftet, statt uns schnellstmöglich den Nächsten ins Nest zu holen. Und wir brauchen in der Regionalliga ganz sicher keinen Investor. Und in der Dritten Liga „brauchen“ wir auch keinen, wenn wir denn sinnvoll wirtschaften, den Sponsorenpool verbessern und die Werbemöglichkeiten sowie Transfererlöse verbessern.
Und außerdem steht bei „Investor“ auch immer noch die Möglichkeit im Raum, eine Genossenschaft zu gründen. Da ein paar Millionen einzusammeln, und die in die Spielbetriebs-GmbH und/oder die Stadion GmbH zu investieren. Mir wäre eine Genossenschaft mit paar tausend Löwenfans wesentlich lieber als ein Dritter, dessen Motivationen, Ziele und Kompetenzen immer erstmal fragwürdig sind.
Wir sollte erstmal unseren jetzigen „Investor“, mit allen rechtlichen Mitteln, loswerden.
Dann könnte man eventuell über was Neues nachdenken.
Ich kann nur hoffen, dass wir einen neuen Investor nur aus einer Position der Stärke heraus ins Boot holen.
Dabei sollte klar sein, dass wir niemals und unter keinen Umständen mehr als 24,9% veräußern.
Außerdem dürfen zusätzlich keinerlei weitere verknüpfte Firmen teilweise oder gar komplett Verkauft werden ohne das die Mitgliederversammlung hier zustimmt(75%).
Einen Investor aus Stärke zu holen kann für mich bedeuten, nach ein paar Jahren Europaleague das Sechzger mit Unterstützung nochmal auf 50.000 auszubauen. :)
Absichtlich überspitzt formuliert. Das zeigt aber den wesentlichen Punkt
Das, was Reynolds und McElhenney in Wrexham machen, ist für mich das Paradebeispiel, wie man es machen sollte.
Die kommen nicht großkotzig daher nach dem Motto „Alles meins, ich Chef, Du nix“, sondern fragen die Leute vor Ort, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Welche Hindernisse überwunden werden müssen. Wo sie helfen können. Dazu noch die absolut respektvolle Art, mit den Menschen um den Verein herum umzugehen. Die Tradition zu achten, zu bewahren und zu fördern.
So erarbeitet man sich Respekt und Beliebtheit. Ich bin gespannt, wie das dort weitergeht. Könnte mir vorstellen, dass sie ihre Anteile (mit Gewinn) verkaufen. Oder, dass das anfangs der Plan war, sie jetzt aber emotional so dabei sind, dass sie es lassen.
Bzw. fragen die Leute vor Ort, was ihnen wichtig ist. Und stellen dann gute Leute ein (Shaun Harvey, Phil Parkinson), die wissen, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Und die auch schon woanders erfolgreich waren.
Für den Fall, dass bei uns ein Genossenschaftsmodell/Supporters Trust kommt, habe ich schon mal 1860 Euro beiseite gelegt.
In den Businesspunk Artikeln war viel Quatsch dabei aber, dass nie wieder ein einzelner Investor so viel Macht haben darf, war dort schön herausgearbeitet und darf eigentlich nur die einzige Lehre aus den letzten 15 Jahren sein.
Und sind auch nicht gleich in der ersten Saison aufgestiegen. Und haben sich deswegen auch nicht ins Hemd gemacht. Genauso wie Red Bull 3 Jahre mit dem Aufstieg in die 3.Liga gekämpft hat.
Sportlicher Erfolg ist nur bedingt planbar. Man kann nur gute Arbeit machen, sich Schritt für Schritt verbessern, und dann muss man auch ein wenig Glück haben. Und wenns nicht klappt, dann geht man die neue Saison eben aus einer besseren Ausgangslage heraus an.
Und wenn da ein Investor dazukommt, ohne dass man sich im Laufe der Zeit schrittweise verbessert hat, und all die Fehler gemacht hat, die zwangsläufig sind… Dann wird man wahrscheinlich genau die gleichen Fehler machen, nur dass sie dann teurer sind. Siehe 2016/17, siehe Hertha, siehe Everton, siehe Bordeaux, siehe Malaga.
Ich kann mir (außer Genossenschaft) kein Modell vorstellen. Mir wären auch die paar Prozent von Audi, Allianz und Adidas zu viel. Best Case, es läuft gut, dann wollen die Gewinne abschöpfen oder Credit haben. Wenns schlecht läuft, wird diktiert und Equity gesichert.
Selbst das oft genannte Paradebeispiel Wrexham ist doch als Fan nicht gut. Da stellen sich zwei hin und die verkörpern ab jetzt den Verein. Das prominenteste Gesicht des Vereins ist einfach irgendjemand mit Geld. Wenn die einen Skandal oder Sinnkrise haben, hast ein problem. Wenn die sympathisch sind, noch schlimmer, dann bist nimmer Sechzig, sondern TSV Ryan Reynolds.
Auch der Nutzen erschließt sich mir ned so ganz. Mit den roten oder RB kann man finanziell ohne totalen Ausverkauf eh ned mithalten und dann geht’s am Ende um die Frage.
geilster Verein & finanziell 30. in Deutschland oder
Nicht mehr so geil & finanziell 20.
Allgemein ist es ja auch so: Solange Tickets und Trikot die zentrale Einnahmequelle sind, sind Fans auch was wert. Wenn ich irgendwann hauptsächlich an VIP und Fernsehzuschauer verdien, sind Fans immer weniger wichtig. D.h. damit sportlicher Erfolg nicht zur Gefahr wird, muss uns das Ding auch selbst gehören. Und wenn wir sportliche hohe Ansprüche haben, müss ma halt über eine Genossenschaft entsprechend investieren.
na, immerhin bereits zwischen @munichblue und mir … Da werden wir schon noch eine crowd dafür finden .. spätestens nach dem zweiten vergeblichen Aufstiegsversuch in die 3. Liga!