Klimafred

Wir brauchen die Batteriespeicher aus meiner Sicht so oder so. Es macht doch wenig Sinn Strom wegzuschmeißen für den man z.B. bei Solar-Volleinspeisung trotzdem 12,34 Cent bezahlen muss, oder ihn ins Ausland zu verschenken (oder sogar dafür zu bezahlen) um dann am Abend Gaskraftwerke anzuschmeißen wenn die Sonne nicht mehr scheint.

Batteriespeicher im Großformat sind teuer, aber sie nicht zu haben ist vermutlich auf die Dauer noch teurer. Und diesmal versucht man sogar die nicht einfach irgendwo in die Landschaft zu stellen, wie man das gerne mit Solarparks macht, sondern man prüft wohl ganz gezielt Standorte mit ehemaligen Kraftwerken, wo die Netzanbindung schon gut dimensioniert ist.

Aber wenn diese Speicher den Großteil des Jahres nur mit 20% Auslastung arbeiten werden wird man, Überraschung, wohl mal wieder subventionieren müssen. Muss man für die Reservekraftwerke allerdings auch, rund 1 Mrd. pro Jahr kosten uns Kraftwerke die größtenteils gar nicht kraftwerkeln.

PS: Ein autarkes Netz ist gar nicht gewollt, vielmehr ist ein Europäischer Energieverbund eher das Ziel.

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Einverstanden. Aber es ist eine Frage der Menge und ob das Kriterium ist mit aller Gewalt nur noch EE zu produzieren, oder ob ein Mix mit Gas (und ich glaube auch noch ein klein wenig an AKW) nicht ökonomisch(!) sinnvoller ist.

Macht ja auch Sinn.
Aber wir verschenken aktuell EE-Strom und kaufen teuer Strom von den Nachbarländern, der tlw noch aus Kohle oder AKW kommt.
Das ist nicht sinnvoll.

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Solange man die Erneuerbaren weiter so stark ausbaut und mit garantierten Einspeisevergütungen über 20 Jahre versieht sehe ich keine Alternative.

Gas- und Atomkraftwerke können den Überschussstrom nicht speichern und Gaskraftwerke mit rund 10-15% Auslastung zu betreiben ist eigentlich auch ökonomischer Wahnsinn. Es ging bei der Energiewende aus meiner Sicht aber sowieso nie um Ökonomie. Hamburg hat ja erst die Klimaneutralität bis 2040 beschlossen, dabei wissen die überhaupt noch nicht wie das funktionieren soll, und vor allem wer das bezahlt. Es wird halt einfach gemacht bzw. versucht.

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Das autarke Netz ist das europäische Verbundsystem.

Autarke nationale Netze sind nicht das Ziel.

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Nicht (mehr) alle :index_pointing_up:

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Schon klar, aber es geht ja quasi um den „Beweis“, dass es ohne/mit geringem Back up und nur EE geht.
Und da zeigt sich, dass die Luft mit steigendem EE Anteil dünn wird.

Aber seit Graichen sein Geld bei Ukrenerho verdient, sieht er Atomkraft ja auch viel entspannter.
(hat keinen Zusammenhang zum Thema autarkes Netz…).

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Das hab ich in meiner Abschlussarbeit vor ca 15 Jahren bereits geschlussfolgert​:joy:.

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AK ist halt nicht ansatzweise so flexibel wie Gas… und zu 90% nur sinnvoll als Grundlast. Daher ist “ein bisschen” AKW ökonomisch eher nicht sinnvoll kompatibel mit EE.

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Ähm. Nein. Innerhalb von vier Jahren.

Hier sind zwei Punkte wichtig (den Unfug mit den AKW kommentiere ich nicht mehr, das habe ich schon oft genug)

  • Gas muss fast vollständig importiert werden. Da haben wir dann wieder zusätzlich wieder das Problem, dass die Hauptherkunftsländer zum großen Teil autokratisch regierte Staaten mit entsprechend geringer Verlässlichkeit sind. Resultat sind die Preise der aktuellen Kriegskrise, erst vor vier Jahren gabs die letzte kriegsbedingte Krise dazu. Nachdem wir ja hier alle was gegen staatliche oder gar internationale Regulierung haben, beeinflusst das die freien Marktpreise entsprechend, und wir haben wenig Vorteil davon, dass eine große Menge unseres Gasverbrauches mit norwegischem Gas gedeckt wird, wenn die einfach die vom Markt bestimmten Preise nehmen
  • Gas ist klimaschädlich. Auf die ökonomischen Risiken müssten zusätzlich noch die Kosten der ökologischen Risiken draufgerechnet werden. Wie hoch die konkret für einen entsprechenden Gasverbrauch wären, weiß ich nicht, ich kenne nur die Aussagen (interdisziplinär), dass die Folgekosten weiterer fossiler Abhänigkeit um ein vielfaches über den Kosten eienr Umstellung auf EE liegen.

Mit aktueller fossiler Abhängigkeit können wir unseren Bedarf an Brennstoffen mit 700Mrd. € für knapp neun Jahre decken. Danach ist das Geld weg. Im wahrsten Sinen des Wortes verbrannt.
Die Investitionssumme von 700 Mrd. € hatte eine teilweise deutlich länger nutzbare Infrastruktur zur Folge.

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Das ist nicht so korrekt. Insbesondere mit sinkenden Gasverbrauch werden/würden wir unser Gas v.a. aus Norwegen und USA beziehen.

Deswegen hast du trotzdem nen Punkt weil der Gaspreis sich weltweit bestimmt, und deswegen auch zB Situationen wie jetzt ne Rolle spielen.

Aber um das einzuordnen wo die tatsächlichen Herkunftsländer sind…

Tatsächlich war Gas die extrem preisbestimmende Komponente für den Strom, deswegen die Explosion 2022. Heute ist das schon deutlich abgeschwächt. Die Stromterminpreise für 2028ff sind wenig verändert mit der Iran-Thematik…

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Dass unser Gas großteils aus Norwegen kommt, hab ich doch im gleichen Absatz noch geschrieben. Die USA sind mit ihrem unsicheren, v.a. unberechenbaren, aktuellen Regime, der Hauptunsicherheitsfaktor der aktuellen Zeit. Solange der demente Dreijährige im Körper eines kleptokratischen Greises dort regiert, brauchen wir uns auf nichts verlassen.

Woran das wohl liegt? :grin:
Ich sag mal so: an irgendwelchen AKW oder Kernfusionsspinnereien sicher nicht.

Für wen sind denn so langfristige Futures maßgeblich? Wird für den „normalen Konsuentenstrom“ auch (oder gerade der?) so langfristig gehandelt? Tatsächlich eine Frage interessehalber, ich weiß das nicht.

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Für deinen Stromtarif zum Bleistift kann das sehr entscheidend sein.

Jeder Energieversorger im Vertrieb sichert sich Strompositionen im Voraus ab. Die Handhabung (wie, wieviel und wann genau) unterscheidet sich natürlich aber 2028 ist aus Sicht heute nicht weit weg.

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Mein Fehler, unaufmerksam gelesen :check_mark:

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Die Dame stellt selbst CSU Minister in den Schatten.

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EnBW ist inzwischen wieder quasi ein Staatskonzern. Wesentliche Eigentümer sind das Land Baden-Württemberg sowie die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke.

Batteriespeicher können Stunden und im Maximalausbau, der teuer ist, vielleicht auch wenige Tage überbrücken. Gaskraftwerke können theoretisch Strom produzieren bis das Gas ausgeht.
Im schlimmsten Fall wird man beides brauchen. Batteriespeicher und Gaskraftwerke.

Nachdem der Strommangel hauptsächlich im Winter auftritt erreichen Gaskraftwerke über Kraft-Wärme Kopplung durchaus auch gute Wirkungsgrade und eigentlich sollten die ja dann in wenigen Jahren auch auf Wasserstoff umgestellt werden.

Ich persönlich finde Batteriespeicher durchaus interessant, nur bezweifle ich dass wir damit wirklich günstigen Strom haben werden. Für Privathaushalte ist das vermutlich verkraftbar, aber wir sind nicht Australien oder Kalifornien.

Schweden rechnet damit dass sich der Strombedarf in den kommenden 20 Jahren mehr als verdoppeln wird. Wir rechnen anscheinend lieber mit dem Bedarf von 2023, dabei haben wir über 70% der sogenannten Energiewende noch gar nicht geschafft.

Und da kommt Frau Reiche nicht allein drauf, sondern muss einen Konzern fragen?

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Schweden erwartet die Ansiedlung von vielen Rechenzentren, die das Land wegen dem niedrigen Stromterminpreis (v.a. in den nördlichen schwedischen Strompreiszonen) schätzen als auch wegen den klimatischen Bedingungen (Kühler als zB bei uns).

Zudem ist der aktuelle schwedische (absolute) Stromverbrauch deutlich niedriger als bei uns, ergo, relative Sprünge “leichter” denkbar.

@appolo: Man wird ja wohl noch Fragen dürfen :joy:

Und damit haben sie vermutlich auch vollkommen recht.

Ja. Deshalb bauens ja zehn neue Atomkraftwerke bis 2045 :rofl: