Frankreich hatte in der Spitze im April ca. 46 GW (netto) und kann runterdrehen auf 27 GW, wie z.B am 09.04 (Max. bei 45,7) und 11.04 (Min. bei 26,8). Das sind ungefähr 42%.
Das sind bewusste Drosselungen?
Aber ok, dann können die französischen AKWs da wohl mehr (im sicheren Bereich) als früher die bayerischen.
Wieder was gelernt ![]()
Es ist technisch machbar, aber teuer und erhöht den Verschleiß. Solange man Erneuerbare entschädigt wenn sie nicht ins Netz einspeisen können ist das allerdings auch nicht billig.
Dass Frankreich zuviel Atomstrom im Netz hat wissen sie vermutlich selber. Dafür sind sie bei der Wärmewende aber auch schon deutlich weiter als wir. Rund 45% der Haushalte heizen mit Strom (Deutschland < 10%), seit 2022 ist der Einbau neuer Gas- und Ölheizungen meiner Erinnerung nach verboten.
Sind das nicht die Stromfresser? So ein guter E-Heizlüfter?
Ja, das ist wohl korrekt, aber solange der Strom CO2-arm produziert wird spielt das zumindest für einen Klimafred doch eine eher untergeordnete Rolle, oder?
Letztendlich finde ich es aber sowieso einen eher schwachen Trost wenn Frankreich genauso viele Fehler macht wie wir (nur halt eben andere). Ich will gar nicht wissen was bei uns im Netz los ist wenn wir Solar noch einmal verdoppeln und die Windkraft mehr als verdreifachen.
Aber das wirst Du vermutlich sowieso besser wissen (das soll keine provokante Aussage sein).
Ich bin beruflich dazu gezwungen, mit KI zu arbeiten und aufgrund des Tätigkeitsfeldes auch in Grundzügen die Funktionalität zu verstehen, kenne also zumindest ein bisschen besser als der normale Nutzer, was genau KIs, genauer eben LLM, machen. Und „recherchieren“ ist da ganz sicher nicht richtige Bezeichnung, wenn man dort etwas eingibt. Es ist letztendlich ein technisch (und energetisch) sehr aufwändiges, d.h. rechenintensives Filtern von Daten. Mehr nicht.
Den Tonfall, in dem ich das angedeutet habe, hast Du offenbar als subtile Beleidigung verstanden. Das war nicht meine Absicht, das tut mir Leid.
Hier sollte ich tatsächlich etwas innehalten und mehr darüber nachdenken, bevor ich das nächste Mal etwas formuliere.
Ohne Ironie, deine Erklärung freut mich.
Dann habe ich hier überreagiert - sorry.
Wikipedia sagt, dass 40 der 56 franz. AKW (m.W. alles Druckwasserreaktoren) für den Lastfolgebetrieb ausgelegt sind. Es ist halt höchst unwirtschaftlich, bei negativen Strompreisen nicht runterregeln zu können.
Dann fahren die anders als zB Isar 2…
Ja, von den Preisstunden ist das natürlich so
Dadurch, dass in Frankreich überwiegend Widerstandsheizungen genutzt werden, ist die maximal benötigte Leistung im Winter mit 88GW ca. 10 GW höher als bei uns, während im Sommer ~5GW weniger gebraucht wird als bei uns. Und das bei 16 Mio. weniger Einwohnern. Die grosse Differenz und dazu noch Tag/Nacht/Wochenende-Unterschiede macht die Regelung nicht einfacher.
Der Lastfolgebetrieb führt wohl nicht grundsätzlich zu mehr Verschleiss, allerdings werden manche Komponenten höher beansprucht und müssen überwacht und präventiv gewechselt werden ( Artikel „ Kernkraftwerk“ in Wiki)
Was heißt teure Speicher. Im Vergleich dazu sind Neubau sowie Instandhaltungskosten inzwischen ja überhaupt nicht mehr kalkulierbar. Beim zuletzt fertig gestellten AKW war mit einer Bauzeit von 5 Jahren und ca. 3,5 Milliarden Baukosten geplant worden. Gedauert hats 17 Jahre mit gut 23 Milliarden Kosten, in Deutschland wäre es wahrscheinlich noch erheblich länger und teurer. Dazu kommt, daß die AKWS in Frankreich größtenteils weit älter als 40 Jahre sind und da eine riesige Sainieringswelle auf diese zukommen, deren Kosten noch nicht abzusehen sind. Im Sommer muss inzwischen wegen der durch die Klimaerwärmung erzeugten hohen Wassertemperaturen immer öfter heruntergefahren werden. An der Küste letztes Jahr haben Quallen die Wasserfilter verstopft, wurde also auch runtergefahren. Im neuen AKW Flamaville musst wegen eines Sturms abgeschaltet werden. Im AKW Blayais hat so ca. im Jahr 2000 ein Hochwasser fast einen Supergau ausgelöst. Dieses verheerende Hochwasser wurde beim Bau nicht eingeplant.
Ich will damit sagen dass die Zukunft eigentlich viel mehr in der Speicherung liegt. Und in diese müsste viel mehr investiert werden, betrifft Bau und vor allem Entwicklung.
Der Klimawandel schreitet voran, extreme Unwetter sowie Hitze werden (selbst neue) AKWS immer öfter zum Abschalten zwingen. Die Kosten zur Erhaltung sind überhaupt nicht mehr kalkulierbar.
Das waren sie noch nie und auch die Müllfrage ist nach wie vor völlig offen. Wenn man so liest, was Fra in die Nordsee und die Luft „entsorgt“, wird einem übel. Einige Jahrzehnte gab es in D den politischen Mehrheitswillen, die Kosten und Risiken der Kernkraft zu sozialisieren und die Gewinne zu privatisieren, heute ist das (aus meiner Sicht) zum Glück nicht mehr so, zumindest bei den Gewinnen.
Hier gibts auch wieder einen schönen Artikel über den ökonomischen Unsinn von Atomkraft.
Mit dem Hinweis, dass die Müllentsorgung in den Kosten noch gar nicht drin ist. Trotzdem ist es schon zu teuer.
Zitat noch aus dem Artikel, der die Studie zusätzlich einordnet:
„Zudem sind die Baukosten für Kernkraftwerke in den letzten Jahren gestiegen, während insbesondere die Ausbaukosten für Photovoltaik zu hoch angesetzt sein dürften.“
„Im speziellen Fall von Dänemark würde Wind auf See dominieren, während Solaranlagen und kleinere Windräder an Land nur knapp ein Drittel der Stromproduktion übernehmen.“
„For practical reasons, this study uses Denmark as a case of a present and future energy system, since previous studies have implemented a detailed model of the energy system of a climate neutral society in 2045. Thus, some of the conclusions are specific for the case of Denmark. However, the theoretical and methodological conclusions are general.“
Kombinierte Wind- und Solarenergie ist deutlich günstiger als Atomstrom
Zitat:
Die Ergebnisse sind deshalb sehr spezifisch für Dänemark, wo die Strominfrastruktur aufgrund des hohen Windkraftanteils bereits sehr flexibel ist.
Als unumstritten würde ich die Studie nicht bezeichnen:
Wobei - aus der Ferne betrachtet - mir ein Ansatz der Studie gefällt: sie glaubt zu zeigen, dass es die Kombination der Energiequellen (PV und Wind) und „Sektorenkopplung“ („die Sektorkopplung basiert auf einer Wasserstoffspeicherung durch Elektrolyse, der flexiblen Nutzung von Wärmepumpen, dem intelligenten Laden von Elektroautos…“) sind, die über die Gesamtkosten entscheiden.
Sprich: es kommt auf eine intelligente Kombination an.
Diese Grafik ist wohl aus der Studie:
Schön ist, dass man die hohen Systemkosten für PV + Wind (als Einzeltechnologie) schnell erkennen kann…
Diese Kombination von Energieträgern wird m.e. in D anders aussehen müssen als in DK und könnte Kernkraft beinhalten.
Ja, könnte auch Kernfusion beinhalten.
Wird es aber nicht.
Weils nicht funktioniert (beides).
Weils zeitlich nicht hinhaut. Weils, bis neue AKW fertig sind, wirtschaftlich nicht darstellbar ist. (Siehe die Preise, die in der Studie, die sowohl bei Golem als auch bei Deinem Artikel verlinkt ist, bis 2050 für Kernkraft so hochgehen und für PV, Wind etc. so runtergehen, dass das eben wirtschaftlich nicht hinhaut. PV wird übrigens, aktuelle Tendenz, eher billiger als dort geschrieben, aber das hatte ja auch der Golem-Autor schon bemerkt)
Ich bewundere deine Fähigkeiten die Zukunft zu kennen.
Menschen (bzw Parteien für die du stehst) wie dich werde ich auf absehbare Zeit im Bund nicht wählen, es würde massiven wirtschaftlichen Abstieg bedeuten.
Noch mehr als ohnehin schon?
Woran liegt das Deiner Meinung nach?



