Mitgliederversammlung 2025 inkl. Präsidiumswahl

Auch hier, weil aus gegebenem Anlass wichtig und ich es in der Kürze der Zeit nicht nach München schaffe:

Akzeptieren muss man gar nix, und mit etwas leben müssen muss man auch nicht. Man kann sich die Faktenlage anschauen und dann eine Entscheidung treffen, ob die verkaufte Tochtergesellschaft von 1860 München noch unterstützenswert ist.

Nun wird zwölf Stunden vor der Mitgliederversammlung eine wichtige Nachricht veröffentlicht, über die in der kommenden Woche entschieden werden soll. Mitgliederpartizipation erneut Fehlanzeige. Nicht einmal der Name des potenziellen Mitgesellschafters wird veröffentlicht. Insofern ist es schwer mit dem anhand der Faktenlage eine Entscheidung zu treffen, weil in diesem Verein immer und immer wieder Fakten geschaffen werden, bevor die Faktenlage öffentlich ist. Da kann der Präsident offensichtlich Wildmoser, Schneider, Cassalette oder Reisinger heißen, das bleibt immer gleich.

Das Grundübel an der Arena war neben der Tatsache, dass man die Seitenstraße zum wohlhabensten Verein der Welt gemacht hat, dass wir finanziell vom Gutdünken externer Dritter abhängig wurden. Dass wir nicht mehr auf eigenen Beinen standen. Das ist die Sache, die sich 2017/18 geändert hat, und die dann 2018/19 ohne Not zurückgedreht wurde, als man doch wieder Geld von Ismaik nahm.

Und daran ändert sich auch durch die sich nun anbahnende Transaktion nichts. Im Gegenteil: Erneut macht man sich abhängig von einem Geldgeber, um ein Stadion und eine Halle zu bauen und den Aufstieg als Ziel auszurufen. Schlimmer als das: Man lässt ihn als Preis dafür in die internen Entscheidungsstrukturen der KGaA, die im Moment immerhin blockiert genug sind, um Investoren nicht die nächste wegweisende Entscheidung treffen zu lassen (oder mit e.V.-Hilfe durchzuwinken), die dafür sorgt, dass wir noch mehr unsere Unabhängigkeit verlieren. Insofern hinkt auch der Vergleich zu Borussia Dortmund oder einem anderen Verein in München sehr: Dortmund ist an Kleinaktionäre verkauft, wo es für deren KGaA keinen Unterschied macht, wenn einer stirbt oder wahnsinnig wird. Die Roten sind an drei der größten Unternehmensgruppen der Welt verkauft, wo es keinen Unterschied macht, wenn einer aussteigt oder von Wahnsinnigen übernommen wird. Die finanzielle Lage beider Kapitalgesellschaften ist nicht abhängig von ihren Investoren. Das sind zumindest finanziell und machtpolitisch solide Strukturen. Wie man dazu moralisch steht ist Ansehungssache.

Unsere Anteile hingegen werden erneut an genau einen Investor verkauft, dem Vernehmen nach an die Familienholding eines politischen Rechtsauslegers aus der Schweiz. Erneut ist unklar, was passiert, wenn der stirbt, wenn er verkauft, wenn er verrückt wird oder bleibt. Unsere finanzielle Lage wäre damit abhängig von genau einem Investor, und damit auch die machtpolitische Lage. Es gibt keine Allianz als potenziellen Gegenpol zu Adidas wie bei den Roten. Es gibt kein Festgeldkonto, das einem den Spielraum gibt, im Zweifelsfall gegen Adidas, Allianz und Audi zu entscheiden. Was wir bekommen ist erneut genau ein Player, mit dem alles steht und fällt. Das ist Red Bull, das ist Hopp, das ist Ismaik. Das ist abzulehnen.

Ich habe lieber eine Lame Duck als Investor als den nächsten Milliardär, der ein Spielzeug haben will und von dem keiner weiß, was er will oder wie er tickt.

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