Neoliberalismus und soziale Ungleichheit

Vor einigen Tagen bin ich am Starnberger See Ostufer von Ammerland nach Ambach und zurück gegangen. Entlang der unzähligen Villen und parkähnlichen Gärten erinnerte ich mich an den Zeit-Artikel „Im Villenglück“ von Alexander Hagelüken, welcher zwar bereits vor zweieinhalb Jahren erschienen war, der aber heute noch genauso aktuell ist, da sich an der Situation nichts geändert hat. Besser kann man den Neoliberalismus und die soziale Ungleichheit in Deutschland nicht beschreiben:

Im Villenglück

https://sailersblog.de/2019/11/07/belaestigungen-21-2019-jetzt-neu-diskriminierung-fuer-alle/#more-1661

Michael Sailer trifft es auch immer wieder auf den Punkt. Der Kapitalismus/Neoliberalismus ist ein perfides Stück…

ich würde diese Begriffe nicht vermischen, der Neoliberalismus ist lediglich eine konsequentere Auslegung des Kapitalismus.

Ich wollte nur Hagelüken sowie Sailer gerecht werden. Der eine spricht in seinem Artikel von Neoliberalismus, der andere von Kapitalismus. Tatsächlich meinen sie das selbe wirtschaftspolitische System. Wobei der Begriff des Neoliberalismus hierfür der treffendere ist. Der Kapitalismus kann auch die Form einer sozialen Marktwirtschaft annehmen, auch wenn die Neoliberalen diese als Sozialismus diffamieren.

das ist theoretisch richtig, praktisch in einer globalisierten Welt jedoch m.E. nicht mehr möglich. Kapitalismus basiert auf Konkurrenz der Profitraten. Wenn es den Unternehmen irgendwo sozial zu teuer wird, macht man seine Geschäfte eben woanders. Nicht umsonst kommt immer der (in der Systemlogik richtige) Hinwies, man könne nicht anders, weil sonst die Arbeitsplätze woanders entstehen/woanders hin auswandern.

Zu diesem Thema zitiert der von mir verlinkte Artikel den ehemaligen Topmanager Manfred Lange: „Die Globalisierung wird gern als Begründung für höhere Managereinkommen herangezogen. Umgekehrt muss sie als Grund herhalten, wenn Mitarbeitern höhere Lohnabschlüsse verweigert werden.“ Manager fliehen somit bei zu niedriger Entlohnung also ins Ausland, während die Arbeit bei zu hoher Entlohnung plus Sozialleistungen dorthin abwandert? Deutsche Managerleistung ist also nicht ersetzbar während deutsche Arbeiterleistung ersetzbar ist? Den Menschen wird solange Bullshit erzählt, bis er als Fakt erscheint und selbst Du, Revoluzzer Schindluder, dem nicht mehr widersprechen willst und klein beigibst. Die Neoliberalen sind schon richtig gut in ihrer Propagandaschlacht.

ich behaupte ja nicht, dass das gut oder sozial wäre, es ist systemimmanent. Die Kosten der Manager würde man schon auch gern drücken, nur hat man dabei 3 Probleme.

  1. die mittlere und höhrere Managementebene wird dazu gebraucht die Arbeiter und Angestellten besser auszubeuten, daher muss man sie eher bei Laune halten.
  2. Verwaltung auszulagern, kostet meist mehr als man sich bei den Managergehätern einsparen wurde. Die sind zwar absolut hörer, aber relativ gesehen nicht so ins Gewicht fallend.
  3. die höhere Managementebene ist so ein Mittelding zwischen Arbeiter und Kapitalist. Meist gut ausgestattet mit Firmenanteilen und daher auch mit gewichtiger Mitsprache bei solchen Entscheidungen. Man krazt sich untereinander auch eher ungerne ein Auge aus.

Ich sehe es daher als gar nicht so falsch an zu sagen, dass die Arbeiterleistungen eher ersetzbar sind als Managementleistungen. Finde das deswegen natürlich nicht gut oder gebe klein bei. Versuche es zu erklären.

Auch aufgrund der Komplexität von Entscheidungen ist es nicht so einfach, die mir nichts dir nichts zu verlagern. Ob nun ein Arbeiter in Deutschland oder China an der Nähmaschine sitzt ist egal, die Tätigkeit ist die gleiche, dafür benötige ich keine besonderen Fähigkeiten.
Anders bei einem Manager, da sind Dinge auch wie, Firmenkultur, Cooperate Identitiy usw wichitig, diese Arbeiten sind beiweitem nicht so verlagerbar in andere Länder wie die eines „einfachen“ Arbeiters.
Ich kann z.b. die Steuerabteilung oder die Rechtsabteilung nicht auslagern, weil ein Chinese davon einfach nix versteht und ich mir so keine Kosten sparen würde. Auch z.b. die Forschungsabteilung lagert man ungerne aus, da Kosten für Technologieverluste und Know-how-Klau im Ausland oftmals die Einsparungen durch geringere Gehälter dort übersteigen.

Ich verteilige hier auch gar nichts und Revolution braucht es, das System gehört abgeschafft, dafür kämpfe ich auch weiter. Ändert ja aber nix an dessen Funktionsweise oder?

Menschliche Werdegaenge sind nun mal ungleich, der Mensch ist ein Individium und auch das Glueck ist ungleich verteilt, sonst wuerde man es nicht Glueck nennen.

In D muss zumindest niemand Hungern.

Nur dass unsere Politiker alles tun um durch Steuergesetzgebungen das Glück einer kleinen Gruppe von Bürgern und ihrer Nachkommen zu sichern. Ist das dann aber noch Glück? Aber stopp, solche Fragen stehen mir ja nicht zu, solange ich noch nicht hungere. Da habe ich wohl Pech gehabt.

Den Zusammenhang, dass es uns so gut geht weil es anderen umso schlechter geht, die also quasi für uns mithungern, sollte man auch weglassen. Viel zu komplex.

Reichtum fällt bekanntlich vom Himmel.Manche haben Glück und stehen an der richtigen Stelle, andere haben Pech und stehen am falschen Ort. Man sollte öfter am Starnberger See Ostufer stehen. Dort scheint eine besonders gute Stelle für Glück zu sein. Das erkennt jeder der 1 und 1 zusanmen zählen kann. Wer sich nach Afrika stellt ist schlichtweg selbst schuld.

Die Welt (oder das Leben) ist halt nicht gerecht. Kann es in den Augen aller auch gar nicht sein. Deutschland ist ein Sozialstaat und verhindert Haerten, die in anderen Staaten nicht abgefedert werden.

Nur dass der Sozialstaat immer schwächer wird, die Reichen dagegen immer reicher. Und diese Entwicklung hält ungebrochen an. Das ALG II bedeutet heute tatsächlich, dass man nicht hungern und frieren muss. Das war’s dann aber auch schon. Vor dem Hintergrund des oft nur ererbten und nicht selbst erarbeiteten Villenglücks am Starnberger See würde ich unsere Gesellschaft längst nicht mehr als gerecht bezeichnen. Sagen wir mal so: Es reicht gerade dazu, Aufstände wie in Chile zu verhindern.

Dabei fußen unsere westlichen Demokratien auf den Grundsätzen der französischen Revolution: Liberté, Egalité und Fraternité. Auch wenn es sich für den Neoliberalen altbacken anhört, für den ja nur die Freiheit wichtig ist, die er dann aber sehr egoistisch auslegt.

Dass ein Reicher immer reicher wird, ist ein Naturgesetz. Ich glaube aber, der Sozialstaat ist dabei die Talsohle zu durchschreiten.

ach jetzt verstehe ich, klar wir scheißen auf Ungerechtigleiten, weil es ganz gerecht ja gar nicht geht. Toll!

und nein, Deutschland ist kein Sozialstaat er ist, ganz in deinem Sinne, nicht so assozial wie andere.

meine meinung: niemand muss mehrere hundert millionen oder gar milliarden besitzen. ebenso sollte jemand der kein bock hat zu arbeiten (nicht alle hartzIVler) ausser essen und trinken nix haben ( kein handy kein pc nix…)

Nein, wir leben mit den Ungleichheiten, weil es „alle gleich“ nie gab und nie geben wird.

Zwischen der Unmöglichkeit von „alle gleich“ bei Individuen und dem Ziel des Gleichmaßes ist ein himmelweiter Unterschied, lieber @bangkok.

Ziel des Gleichmasses, was fuer ein Quatsch!

Gib jedem Erdenbuerger 1.000.000 Euro und nimm ihnen sonst alles weg. Schon ein paar Stunden spaeter hast Du wieder arm und reich weil ein paar wenige cleverer sind als die Masse.