Warum sind Kursgewinne i.d.R. der Großteil der Erträge? Ich habe seit Jahren keine realisierten Kursgewinne (auf die du wohl abzielst) , weil ich keine Werte aus meinem Depot verkaufe.
Kursverluste kann ich nicht mit Dividenden verrechnen. Realisierte Kursgewinne und Dividenden werden aber zusammen gezählt.
Steuer wird mittlerweile auf Buchgewinne bezahlt. Eigentlich kannst du dir den Mist gar nicht ausdenken.
Die Niederlande führen planen gerade ab 2028 eine jährliche Steuer von 36% auf Buchgewinne ein. Der Freibetrag beträgt 1.800€. In 10 Jahren könntest Du vielleicht froh sein wenn Du zu den aktuellen Konditionen noch Geld anlegen könntest.
Das muss einem ja nicht gefallen, aber die Verteilungskämpfe dürften eher zunehmen.
Gibt´s dann einen gesetzlichen Stichtag? Da kriegt Spekulation eine neue Dimension. Gezielte Käufe und Verkäufe zum Stichtag können die Börsen ordentlich durcheinanderwirbeln.
Da ich weder sehr vermögend, noch in den Niederlande wohne, habe ich das nur am Rande verfolgt.Ich habe auch gerade gesehen dass eine Mehrheit wohl nur in der ersten Kammer gesichert ist. Aber selbst wenn das jetzt nicht kommt so zeigt das für mich doch in eine gewisse Richtung.
Die Belastungsgrenze für menschliche Arbeit ist aus meiner Sicht aber nahezu erreicht, zumindest bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Da stehen, wenn nichts passiert, 45% und mehr Sozialabgaben im Raum und Steuern kommen dann ja noch dazu.
14,6 % in der Krankenversicherung, 18,6 % in der Rentenversicherung, 3,6 % in der Pflegeversicherung und 2,6 % in der Arbeitslosenversicherung. Dazu ggf. der Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung (0,6%) sowie der Zusatzbeitrag in der GKV von i.d.R. mindestens 2,5%.
Stichtag für die Vorabsteuer ist der 1.1. und 31.12. des Jahres. Gezielte Käufe und Verkäufe machen aber keinen Sinn, weil du ja auch den realisierten Gewinn versteuern musst.
Dieses Jahr gilt auf Buchgewinne der Steuersatz von 2,53%, nächstes Jahr 3,2%. Netto also für thesaurierende ETF dieses Jahr 1,77% nächsten Jahr dann 2,24%.
Wäre nicht das erste Gesetz was dann als EU Recht in die Mitgliedsstaaten gedrückt wird. Mir ging es aber auch nur darum aufzuzeigen dass der Druck auf Kapitaleinkünfte eher steigen dürfte.
Nö. Aus meiner Sicht nicht und wenn man sich ehrlich macht, dann sehen das finanziell sehr gut aufgestellte Leute auch nicht so.
Es ist halt wie immer kompliziert. Gutsituierte würden sehr wohl ein Stückerl von ihrem schönen Kuchen abgeben. Problem ist, dass das hinterfragende Menschen sind und die sind es gewohnt, selbst Entscheidungen zu treffen.
Diese Leute finden leider auch ein gewisses Leistungsprinzip ziemlich gut. Sie haben kein Problem damit, wirklich Bedürftige zu unterstützen. Viele dieser Leute haben sehr wohl eine soziale Ader. Aber sie denken, dass unser Staat zu viele Menschen unterstützt, die sich in der sozialen Hängematte ein wenig zu wohl fühlen und keine Lust haben, ihren Teil zur Gemeinschaft beizutragen.
Ein weiterer Punkt ist, dass ihr Steuergeld in sinnloser Bürokratie versickert. Sie sehen, dass der Staat nie in der Lage ist, komplexe Aufgaben schnell und effektiv zu lösen.
Ich wähle konservativ und gehöre wohl zu diesen Leuten. Wenn man die Missstände glaubhaft und ernsthaft anginge, dann wäre eine höhere Besteuerung der Einkommen zwischen 70 und 90.000 Euronen machbar und ich denke, das würde keine Stimmen kosten.
Der Beitrag der Opposition (ups, die SPD regiert ja mit), die gerne mal mit einem strammen „Bullshit“ kontert, ist hier nicht gerade hilfreich.
Das ist genau das Problem. Dieses Bild wird gernen von konservativ-libertären gezeichnet. Wenn man dann mal genauer draufschaut, löst sich das vermeintliche Problem in Luft auf. Beispiel Bürgergeld-Empfänger & Totalverweigerer: hier haben Linnemann & Merz et al erst von großen zweistelligen Milliardensummen geredet, die die Totalverweigerer und ähnliche den Staat kosten und die man einsparen könnte. Als man genauer hinsah, war es noch ein kleine fünfstellige Zahl (ich habe da 16.000 im Hinterkopf), und das Ersparnispotential war im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. Also zwei bis drei Größenordnungen weniger. Als man dann nochmal genauer hinsah, war plötzlich die Zahl der Problemfälle irgendwo im dreistelligen Bereich, und ob die Reform des Bürgergeldes, die unter anderem implizit einen Generalverdacht gegen die Bezieher beinhaltet, überhaupt noch Geld spart, ist plötzlich völlig offen. Aber man hat von rechtskonservativ erstmal ein Bild gezeichnet, das in den Köpfen der Menschen verfängt. Dass das totaler Unfug und tw. vermutich sogar dreist gelogen war, bekommt der „Normalo“ dann schon nicht mehr mit.
Ähnlich sieht es aus bei der Klimapolitik. Da wird von Rechts teilweise mit gefälschten Studien gearbeitet (Altmaier-Knick bei der Windkraft), um Staatsausgaben, die der politische Gegner will oder in der Vergangenheit einegführt hat, als schlecht zu framen. Sowas schürt natürlich Misstrauen gegenüber eben diesem Staat und ist nicht förderlich.
Wie Merz das aktuell macht, habe ich weiter oben schon erwähnt:
Das schürt überall die Angst, dass das Geld, das man über Steuern und Sozialversicherungen abgibt, falsch verwendet wird, und man lieber weniger abgeben will.
Das würde ich auch vermuten. Liegt aber mEn auch daran, dass höhere Einkommen relativ besser gestellt sind, vor allem durch die Beitragsbemessungsgrenze bei der GKV. Ohne diese wäre bzgl. Solidarprinzip schon einiges gewonnen.
Und was wir ind er Diskussion noch gar nicht drinhaben, ist die Gier der sog. „Superreichen“. Ein Herr Müller bspw. hat es mit der staatlichen Infrastruktur in Deutschland geschafft, ein Milliardenimperium aufzubauen. Wenn es aber darum geht, seine Anteil an der Finanzierung des Gemeinwesens zu leisten, bspw. bei der Erbschaftssteuer, dann will er das Geld gerne in die Schweiz verschieben. Der Mann ist zusätzlich ein bekennender Naziunterstützer (außer er wird wieder zu offensichtlich erwischt, dann relativiert er eilig ohne zu dementieren), aber Lieschen Müller liest nur, dass dem armen Mann und seinen armen Erben vom gierigen Staat das Geld weggenommen werden soll.
Wenn aus der Richtung dann tatsächlich mal größere Steuersummen kommen, dann als Versehen, weil man nicht schnell genug mit der Stiftungsgründung war (bsp. Fam. Thiele)
Aufgrund Deiner Anmerkung
vermute ich Deine Situation ähnlich der meinen, mindestens schonmal beim Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze der GKV, ich spreche hier also vermutlich aus einer ähnlichen Warte, wie Du. Und ja, ich denke, dass ich deshalb in einer recht komfortablen Situation bin. Wenn Steuern und GKV-Biträge von oben herab erhöht werden, dann bin ich sofort dabei. Von konservativ-libertärer Seite ist das aber leider nicht vorgesehen. Dort sollen lieber Steuereinnahmen reduziert werden, um die großen Einkommen und Vermögen zu schonen. Begründet wird das dann mit „Trickle-Down“. („Fun“-Fact: VWLer kommunizieren schon seit Jahrzehnten, dass „Trickle-Down“ NICHT funktioniert)
Da dies als Folge beinhaltet, dass der Staat weniger Mittel zur Verfügung hat, müssen staatliche Leistungen eben gestrichen werden. Dann kommt der Bus eben nur noch alle zwei Stunden, und Sonntags gar nicht. Das Kulturzentrum und das Schwimmbad müssen schließen. Ob Opa noch einen neue Hüfte bekommt, steht auch wieder zur Diskussion. Und (Vorsicht, das ist ein plakatives Beispiel) Familie Quandt muss sich einen neuen Geldspeicher bauen, aus dem aber, wie bei den bisherigen, auch nichts raussickert.
Aus meiner Sicht wenig verwunderlich, dass so wenig Vertrauen in das staatliche Handeln da ist. Aber aus komplett anderen Gründen als bei Dir!
Bin da absolut bei dir. Und ich glaube, dass das nichts als kühle Berechnung ist. Anstatt die real existierenden Problemstellungen anzugehen (und davon gibt es reichlich in diesem Land…) kapriziert man sich lieber darauf, einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen. Alt gegen jung, Biodeutsche (sorry für das blöde Wort) gegen Migranten, Männer gegen Frauen, Erwerbslose gegen Arbeitende. Immer die gleichen Feindbilder. Lenkt schön vom eigenen Versagen ab.
Das funktioniert leider schon seit einigen Regierungen ziemlich gut. Dass sowas letztlich dann bei Trump endet (oder in unserem Fall: bei der AfD) scheinen die Herrschaften in Berlin nicht wirklich auf dem Schirm zu haben. Ich meine…die SPD ist mittlerweile bundesweit bei 15%…!! (EMNID)…wie tief wollen die denn eigentlich NOCH sinken?? Oder haben die sich längst aufgegeben? Ich weiß es nicht mehr…
Es gibt da ein großes Problem schon in der Orga-Struktur, und das da an den wichtigen Stellen die falschen Leute sitzen. Sehe ich bei mir. Im Ortsverein wäre man durchaus konstruktiv was eine progressivere Aufstellung angeht, auch aus der Opposition raus. Aber das scheitert schon auf der Bezirksebene, weil da irgendwelche Egoman*innen sitzen, denen die Basis wurscht ist. Entsprechend ist die SPD ja in Bayern nicht bei 15% sondern bei 8%. Resultat ist, dass in Berlin die Seeheimer den Takt vorgeben, und die sagen offenbar „hauptsache mitregieren, Themen sind zweitrangig“. Damit ist eine wesentliche Kraft der politischen Linken auf Bundesebene gerade recht lahmgelegt
Kann ich so bestätigen. Ich habe hier bei uns durch meine vielfältige ehrenamtliche Tätigkeit auch Kontakt zu kommunalpolitisch Aktiven und die schütteln eigentlich nur noch mit dem Kopf, was da so aus Berlin bzw. Düsseldorf kommt. Es ist wirklich ein Kreuz.
Und dass dabei die reale Gefahr besteht, dass letztlich das ganze Land vor die Hunde geht, scheint niemanden wirklich zu interessieren. Ein Wahnsinn.
Das GKV System ist eine Versicherung gegen Krankheit und keine staatliche Umverteilungskasse. Wenn man umverteilen möchte, dann soll man das doch bitte mit einer staatlichen Gesundheitskasse und Steuergeld finanzieren.
In der Realität schaut das dann z.B. so aus. 12.000€ bezahlt, 1.500€ in Anspruch genommen. Jedes Jahr. Und dann kommt ein(e) Alrik und erzählt einem dann dass das noch zu wenig Solidarität wäre.
Meine Zahnärztin sagt im übrigen dasselbe wie Friedrich Merz, mit der Einschränkung dass das für jeden gilt der über kein Einkommen verfügt. Armut ist eben zu großen Teilen mit Migration verbunden.
Die auf dem Solidarprinzip basiert. Jeder finanziert dieses System nach seinen Möglichkeiten (mit dem unsolidarischen Schlupfloch der PKV…).
Beiträge und Leistungen gegeneinander aufzurechnnen widersprechen sowohl dem grundsätzlichen Prinzip der Versicherung als auch dem Solidarprinzip.
Aber die Grundidee dahinter war dass Gesunde die Kranken finanzieren, starke Schultern dabei etwas mehr tragen als Schwache, und nicht Beitragszahler Nichtbeitragszahler. Inzwischen klagen sogar einige gesetzliche Krankenkassen dagegen (vielleicht auch nur eine, habe ich mir im Detail nicht angeschaut).
Das GKV System ist inzwischen ein Moloch bei dem die die bekommen immer mehr fordern und diejenigen die es bezahlen keinerlei Mitspracherecht haben, sondern dazu verdonnert werden jeden Blankoscheck zu finanzieren den das System sich ausgedacht hat.
Es ist der Staat selbst der dafür sorgt dass es in meinem Umkreis (6km) 5 Krankenhäuser mit Akutversorgung gibt und im Hasenbergl kein Einziges. Die Wahl des Stadtviertels bestimmt inzwischen mit ob es genügend Ärzte gibt, oder eben nicht.
Je mehr die SPD in ihren großen Koalitionen als Unruhestifterin wahrgenommen wurde, die den Unionsparteien einen linkeren Kurs aufzwingen wollte (und das auch in weiten Teilen geschafft hat), desto weiter gingen die Wahlergebnisse nach unten.
Je mehr die SPD in den letzten 20 Jahren versucht hat, die „besseren Grünen“ zu sein (bei Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Flucht und Migration etc.), desto mehr haben sie ihre Basis in der Arbeiterschaft verloren.
Dann wäre eine konstruktive Regierungsarbeit mit den Unionsparteien und lange überfällige Reformen in der Sozial- und Rentenpolitik und leider schmerzhafte Reformen in den Feldern Flucht, Migration und Integration die Lösung für das Dilemma, und die Basis, die sich mit Händen und Füßen gegen die Unionsvorschläge in diesen Fragen wehrt, das Problem der SPD.
Nach diesem Post hoffe, ich das die SPD nie wieder mit der CDU zusammen geht um mal aufzuzeigen, dass es nicht an der SPD liegt was da vorgeschlagen und umgesetzt wird…
Mindestlohneinführung- und erhöhungen, Rente mit 63, Einführung der Mindestrente, Mietpreisbremse, Entgelttransparenzgesetz, Doppelte Staatsbürgerschaft, Recht auf befristete Teilzeit, Frauenquote im öffentlichen Dienst, Festschreibung des Rentenniveaus auf 48 Prozent, Weiterbestand des Solidaritätszuschlags, Übernahme des Finanzministeriums durch die SPD ab 2017.
Ich habe ja immer noch echte Schwierigkeiten damit, wenn Dinge wie ein Mindestlohn (Deutschland war meines Wissens so ziemlich das letzte Land in der EU, das den eingeführt hat…) oder ein Entgelttransparenzgesetz, Dinge also, die in einer angeblich sozialen Marktwirtschaft eigentlich Selbstverständlichkeiten sein sollten, als dezidiert „links“ bezeichnet werden.
Aber vielleicht bin ich ich auch einfach nur zu blöd. Oder zu alt.