Bundestags- und Politikthread

OK, Marotzke ist für dich offenbar jemand, dem du zuhörst.
Hast du auch gehört, dass er davon spricht, dass es bei der Energiewende um ein Menschheits-Thema (und nicht nur 3-4 Mrd) geht und dass es nötig Koalitionen zu schmieden, um Mehrheiten zu gewinnen?
Da finde ich mich wieder.

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Was wir alte Deppen so meinen, wird mehr und mehr irrelevant. Und womit: Mit Recht. Die jungen Leute werden übernehmen und wir kommen aufs Altenteil. Wenn wir Glück haben, kriegen wir die Rente nicht gekürzt. Alles in allem werden wir das bekommen, was wir verdienen, weil wir als Generation manche Fehlentwicklung nicht verhindert haben.

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Du hast aber auch gehört, dass er in den kurzen zwölfeinhalb Minuten mehrfach betont hat, dass man JETZT (und das Video ist drei Jahre alt) anfangen muss, etwas gegen die Klimaerwärmung zu tun? Dass alles, was nicht in diesem Jahrzehnt angegangen wird, zu spät kommt?
Dein Schmieden von Koalitionen etc. kommt mir vor, wie eine Bequemlichkeitsausrede. Wenn die anderen nichts tun, muss ich mich auch nicht reinhängen. Und genau das ist ja der Fehlschluss. Je weniger getan wird, desto gravierender werden die Auswirkungen für alle.
Nebenbei ist das Video auch ein guter Nachweis für fortschreitende Forschung: inzwischen ist man auf vielen Gebieten weiter, zwei Dinge fallen mir sofort und ohne Google ein: die Klimaerwärmung beschleunigt sich gerade (entgegen früheren linearen Modellen), und die Auswirkumgen auf die Nordatlantikströmung können auch inzwischen besser eingeschätzt werden. (Nein, der „Golfstrom“ wird nicht morgen zum Stillstand kommen. Aber möglicherweise schon in diesem Jahrhundert. Das beträfe dann einen guten Teil der jetzt bereits lebenden Menschen).
Auch was Kipppunkte angeht ist die Forschung inzwischen weiter als noch 2023, hier eine Veröffentlichung auf der Seite des LfU Bayern: Global Tipping Points Report 2025: Erster Klimakipppunkt überschritten | BayKIS

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Marotzke: … Ich sage nur: Wir stehen vor einem Zielkonflikt. Beides, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten und aus der Kernkraft auszusteigen, scheint nicht möglich zu sein.

Marotzke: Zum Glück bin ich kein Politiker! Ich glaube aber, ich würde akzeptieren, dass wir die Zwei-Grad-Marke doch nicht schaffen.

Aus einem Interview von 2012:
Klimaszenarien: „Wir stehen vor einem Zielkonflikt“ | DIE ZEIT

(2012 war ich für den Ausstieg aus der Kernkraft, die CO2 Panik war noch nicht allgegenwärtig. Ich vertraute, dass ein langfristiger Aufbau von EE gut machbar sei.)

Marotzke spricht da vermutlich vom weltweiten Ausstieg: er ist wie selbstverständlich der Ansicht, dass Atomausstieg und CO2 Reduktion ein Zielkonflikt darstellt und der Ausstieg bedeutet, dass die CO2-Ziele angepasst werden müssten.
Für mich ist das auf D übertragbar. Wir sind aus der Kernkraft ausgestiegen. Dann müssen wir die CO2-Ziele nach hinten schieben.

Nö, wird er nicht. Dein Horrorszenario wird nicht eintreffen.

Aber deine KI sagt halt was anderes :rofl:

Die Zeiten, wo die CSU gemeint hat ganz alleine Bayern zu verkörpern, sind vorbei.

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Gibt es wenigstens Geld fürs Löwenforum wenn man ohne Hinweis Links auf „Premium“ Inhalte der SZ posted?

Ich hab hier einen Artikel, der ist wieder ein halbes Jahr jünger als Deiner, der sagt was anderes:
https://klimareporter.de/erdsystem/studie-die-atlantikstroemung-wankt-kippt-und-kollabiert
Und wg. KI: genau deshalb ist das Zeug ja prinzipiell so unbrauchbar, weil Experten wie Du es verwenden, wie sie es verwenden.

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Den Artikel von 2012 aus der Zeit kann ich mangels Konto dort nicht lesen, weshalb ich mich nicht auf irgendwelche Inhalte beziehen kann.
In den letzten 14 Jahren sind nur so viele Dinge passiert, sowohl in der Forschung als auch in der Politik, dass die Aussagen von damals ganz sicher neu bewertet werden müssen. Seitdem hat die Union den Ausbau von EE in Deutschland durchgehend sabotiert, trotzdem sind wir schon bei den Anteilen der EE bei der Stromversorgung von deutlich über 50% mit einem sehr optimistischen Ausblick (wenn nicht wieder jemand durch Klientelpolitik das ausbremst).

Außerdem schreibst Du locker flockig

Was das bedeutet, schreibst Du aber nicht: dass die Menge an CO2 in der Atmosphäre damit weiter steigt, dadurch die Temperatur, und damit die Wahrscheinlichkeit von Extremwetterereignissen. Die Konsequenzen daraus habe ich schon öfter angemahnt.
Dass sich irgendwelche Milliardäre da herauskaufen (Privatinsel o.ä.) können, bedeutet nicht, dass Du und ich das auch können. (Und auch für Fr. Reiche ist das nicht sicher, was sie aber vermutlich anders sieht)

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Sagt der, der seit Wochen WoTs aus KI-Inhalten ungeprüft postet.
Aber ich lass dich mal mit deiner Blase wieder alleine, viel Spass noch bei der Mission zur Missionierung :joy: :rofl: Ärger dich nicht zu arg, wenn dir niemand in deinen Weltuntergang folgt. :kissing_face_with_smiling_eyes:

Eine Aussage, die Du so nicht treffen würdest, wenn Du auch nur ansatzweise gelesen oder gar überprüft hättest, was ich gepostet habe. Aber dass ich ein Mal Gemini erwähnt habe, als zusätzliche Anmerkung, ist für Dich der Beweis dass alles, was ich poste ja nur KI-generiert sein kann.
Ich denke, viel besser kann Dunning-Kruger nicht dargestellt werden.

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Das schreibe ich mit der „Rückendeckung“ der Argumentation von Marotzke von 2012. OK, vielleicht sieht der heute die Dringlichkeit CO2 zu reduzieren nochmal anders.

Das würde(!) für mich aber bedeuten, dass alle außer D (übrigens steigt mit Taiwan einer der wenigen Industrieländer ohne Kernkraft gerade wieder ein) auf Kernkraft setzen sollten, dass Deutschland es sachlich und ergebnisoffen prüfen sollte, und das es für D unrealistisch ist Klimaziele vorzuverlegen, sondern dass dann D eher der Nachzügler wird wegen des Fehlers in den 10er Jahren aus der Kernkraft ausgestiegen zu sein.

Ich bleibe dabei, für beides (Ausstieg AKW u Klimaziele Paris) zu kämpfen passt für mich nicht mehr(!) zusammen.

Das mit den AKW ist aber seit inzwischen mehr als drei Jahren rum. AKW werden bei der Dekarbonisierung in Deutschland keine Rolle spielen, weil sie nicht schnell genug gebaut werden können.
Du schreibst außerdem von den Fehlern der 2010er. Dem kann ich noch entgegenhalten, dass es in den 2000ern einen, gemeinsam mit den AKW-Betreibern erarbeiteten, Plan gab, mit dem das geklappt hätte (noch lange, bevor man etwas von einem Paris-Abkommen gewusst hat). Sich jetzt darauf herauszureden, dass der AKW-Ausstieg schuld daran ist, dass man Klimaziele zu verfehlen droht, halte ich für deutlich zu kurz gesprungen. Die Sabotierung der EE in den 2010er Jahren durch Altmaier & Reiche dürfte einen deutlich größeren Teil der Schuld tragen, genauso wie das aktuelle Agieren von Reiche, wenn sie nicht gestoppt wird.
Und trotzdem sind wir immer noch auf einem Weg, der funktionieren könnte.

Aber nochmal: der Ausstieg ist rum ums Eck, war er, bevor Paris beschlossen wurde. Atomenergie ist eine so dermaßen träge Technologie, dass das eben nicht mehr geht. Sie wird nicht mehr helfen. Weder (naja, vor allem nicht) wirtschaftlich, noch physikalisch. Sich auf die Technologien zu konzentrieren, die helfen würden, die es gerade schon gibt, wäre sinnvoll. Und nebenbei weiter forschen. Bei Solarzellen gibt es gerade ziemliche Erfolge, was die Effizienz angeht, das muss noch in eine längere Haltbarkeit der Module überführt werden, sieht aber vielversprechend aus. Besser noch bei der WIndkraft, hier werden die Kraftwerke auch immer leistungsfähiger und auch so gebaut. Nebenher muss natürlich die Forschung nach neuen Technolgien weiterlaufen, solange man diese aber nicht auf Marktreife hat, dürfen sie nicht in die Dekarbonisierungspläne eingeplant werden (Stichwort Kernfusion).
Das alles ist aber leider mit der Union offenbar nicht zu machen.
Die SPD ist hier leider auch nicht besonders hilfreich, weil sie leider das Mantra von Franz Müntefering auf- und abbetet: „Opposition ist Mist“. Hat aber auch den Vorteil, dass sobald wir wieder eine klimapolitisch konstruktive Regierung haben sollten, die SPD, so sie denn dort beteiligt ist, dort wiederum alles mitmachen würde.

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das hab ich dir vor Wochen schon mal gesagt ;-)

Wer solche Aussagen tätigt

widerspricht eben den Grundsätzen der Physik.
Lass mich raten: Du hast sowas wie Philosophie, Bwl oder Jura studiert?

Köstliche Unterhaltung, bitte mehr davon. :rofl: :joy: :joy:

Sorry, aber jetzt muss ich deutlich werden: Deine Lesekompetenz ist jämmerlich. Nur einen Satz vorher schreibe ich, weshalb das so wäre.
Meine Ausbildung ist eher weniger relevant, wenn es bei Dir am Verständnis hapert.

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Sonne und Wind werden immer(!) ein Backup benötigen (komm mir jetzt nicht mit Speichertechnologie, die kann nur ein sehr begrenzter Baustein sein).
Da Wasserkraft in D nicht ausreichend vorhanden ist, bleiben Gas/Wasserstoff/Kohle.

Grüner Wasserstoff und Speichertechnologie ist genauso eine Wette auf die Zukunft wie z.B. SMR AKW.
Die DNA der Grünen Atomkraft zu verteufeln schadet dem Klimaschutz genauso wie die Trägheit der Fossil-Anhänger.

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Das will ich gar nicht bestreiten. Auch wenn die vielbeschworenen „Dunkelflauten“ nicht besonders häufig sind, sind EE, speziell Wind & Sonne, nicht zu 100% planbar.

Naja, wie begrenzt das ist, muss man noch sehen. Ich habe hier einen schönen Text, wie unsere Energieministerin die Existenz und Weiterentwicklung von Batteriespeichern in ihren Progosen ignoriert:

Bei AKW weiß man aber um das Müllproblem und die großen ökonomischen Unsicherheiten (siehe die Kosten- und Terminentwicklungen bei allen in Europa neu geplanten AKW). Bei den SMR kommt noch dazu, dass man viel mehr von den Dingern braucht, als die richtig großen Kraftwerksblöcke, und damit schon rein statistisch schwerwiegende Unfälle deutlich wahrscheinlicher werden.
Zudem sind SMR die fraglichere Wette auf die Zukunft: „Derzeit gibt es weltweit kein Unternehmen, das einen modularen, also in einer Fabrik vorgefertigten Reaktor anbietet oder baut. Alle ventilierten Modelle sind nur Planungen in verschiedenen Stadien.“ (Quelle: Small Modular Reactor – Wikipedia)
Bei Wasserstoff & Batterien ist die Technologie klar und wird auch schon verwendet, gerade bei letzterem wird weltweit die Produktion auch immer weiter hochgefahren (Siehe auch Cleantech)

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Dann produziert das Schwachlast Windradl in Bayern Überschussstrom für 11,33 Cent pro Kilowattstunde. Dieser wird dann in Batterien gespeichert und später für vielleicht ebenfalls 11,33 Cent abgegeben.
Das sind mal eben schlappe 22,6 Cent pro kwh zzgl. Netzgebühren von aktuell um die 10,4 Cent (zzgl. 6.5 Mrd. Subventionen aus Steuergeld). Dazu kommen 2,05 Cent Stromsteuer und 19% MwSt. Da sind wir dann über 40 Cent die man anschließend vermutlich teilweise wieder runtersubventionieren muss.

Und dann will die Industrie ja noch ihren 6 Cent Industriestrompreis. Der liegt schon unterhalb dessen was aktuell alleine das Netz kostet.

Das kann man so machen, aber man sollte halt aus meiner Sicht mit dem Märchen aufhören dass das günstig ist. In China kostet der Haushaltsstrom 7 Cent und die Industrie produziert mit 8 Cent. Wieviel da subventioniert wird weiß ich nicht, aber die Chinesen sind nicht ganz so dumm wie wir und haben sehr viel Stromproduktion in staatlicher Hand.

Das wird mit AKW-Strom zu 28ct./kWh alles besser. Oder nicht?
Der Vergleich mit einem, tw. Planwirtschaft praktizierendem, autoritären System ist wenig zielführend. So ganz ohne weitere Einordnung ist er auch eher weniger klug.

Exit:


Nachdem Du schon den günstigsten Strom als Beispiel nimmst: was genau willst Du eigentlich mit Deinem Beitrag sagen? Also außer, dass es die Zone fluten soll…

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Das muss ich auch noch kommentieren, denn das ist ja auch mit einem hanebüchenen Fehlschluss versehen.
Du gehst also davon aus, dass der Speicherbetreiber den Strom für 11,3ct./kWh kauft und ihn dann für das doppelte weiterverkauft? Nur so kann man auf die 22,6 ct. kommen. Spannende Rechnung.