Der Energiekrise / Tankfred

Anscheinend kam der Blackout weniger unerwartet als gedacht…

Dieser Bericht passt aber nicht zu den zu dem Zeitpunkt gemeldeten Anteilen der verschiedenen Erzeugungsformen zusammen. Bei einer Last von 25 GW waren an der Erugung von 32GW etwas 10% Wind, 10% Lauf- und Speicherwasser, 7% Erdgas und 11% Kernkraft beteiligt. Wür mich siehts eher so aus, dass man nach der Tagesanbruchreduzierung bis 10:00h es nicht mehr schafft hat, einfach zu regelnde Erzeuger wie Wind und Wasser weiter zu reduziern - warum auch immer. Da Spanien wg. der Pynrenäen nur eine einzige Höchstspannungstrasse nach Frankreich hat, die nur ca. 3% der Erzeugungskäpazität in das europäische Netz leiten kann (empfohlen wäre 15%) und Portugal zu dem Zeitpunkt auch genug produziert haben und deren Last auch nur 10% der spanischen Erzeugung war, waren schlichtweg die Abflüsse verstopft und der Druck im System (Frequenz) stieg an, bis Notabschaltungen zum Schutz von Generatoren den Dominoeffekt eingeleitet hat.
Wird noch interessant, was genau passiert ist und was den Trigger dargestellt hat. Die pauschale Verteufelung der erneuerbaren trägt jeden falls nicht zur Ursachenermittlung bzw. „Lessons Learned“ bei. Normalerweise kann man ma PV, Windradl und Wasserkraft schneller runter- und hochfahren als die Big Blocks Kernkraft und Kohle. Auf dem weiteren Verlauf der Energy-Charts sieht man auch gut, wie die das wieder hochgefahren haben bis Dienstag Mittag. Nämlich hauptsächlich mit Gaskraftwerken. Insofern ist die Strategie bei uns mt Errneuerbare und Gas als Backup nicht die verkehrteste, weil die Big Blocks in so einer Situation aufgrund Ihres Eigenverbrauchs von 30-40 MW vor und während des Stunden dauernden Hochfahrens nicht zur Verfügung stehen (in Spanien läuft die Kernkraft etzt 72h nach der Notabschaltung erst ca. mit einem Drittlel der Leistung vom Montag).
Insofern ist es, so nervig bzw tragisch es für viele Spanier auch war, einer größten Stromausfälle wegen zu viel Leistung. Ich hab in Wiki fast nur Ereignisse mit Überlast gefunden. Da kann man jetzt davon lernen und gegebenenfalls nachrüsten.


Was mir in diesem Zusammenhang auf den Senkel geht, sind diese Untergangspropheten (Mr. Outdoor/Blackout, Vahrenholt, Tichy, etc.) mit ihrer üblichen Hetze gegen die Energiewende und „die Grünen“ das Netzt schon wieder zukleistern. Wie kann man nur so verpeilt sein, dass man einen Blackout herbeisehnt weil man dann vermeintlich „Recht“ gehabt hat. Das Eregnis vom Montag hätte mit Kern- und Kohlekraftwerken genauso passieren können. Was diese Nicht-Elektriker nicht raffen, ist die Tatsache, dass die Kraftwerke weniger entscheidend sind als das Netz. Liesst man die bekannten Stromausfälle nach, war es fast immer so daß ein Stück Netz ausgefallen ist (Storch in der Hochspannunsleitung, 110 KV-Leitung bei Abrissarbeiten durchtrennt, zu hohe Blindleistungslast durch Klimaanlagen) und nicht schnell genung eine Ersatzversorgung gefunden bzw. Kraftwerke nicht schnell genug mehr Leistung liefern konnte, so dass die Frequenz unter das Abschaltlimit fiel. Ich behaupte mal, bei gleicher Ausgangslage wie in Spanien am Montag wäre bei uns gar nichts passiert. Warum, an jeder Seite in Deutschland gibt es massive Leitungen in das europäische Verbundnetz. Am 8.Januar 2021 hat das europäische Verbundnetz einen ähnlichen Zwischenfall auch überstanden, nach dem es dem Problem entsprechend aufgetrennt wurde. Hat ja kaum jemand mitgekriegt.

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Aus meiner Sicht extrem unwahrscheinlich. Mit großen Kraftwerken wäre es vermutlich nur zu einem Teilausfall in einzelnen Regionen gekommen. So wie es bisher auch in Deutschland überwiegend der Fall war.
Erst durch die benötigte Flexibilität bei der man hohe Lasten kreuz und quer durch das Land (und notfalls auch Nachbarstaaten) schieben muss provoziert man landesweite Stromausfälle.
Das spricht allerdings aus meiner Sicht nur bedingt für eine Rückkehr zu großen Kraftwerken, sondern viele Stromnetze sind in weiten Teilen einfach noch zu dumm. Im kleinen funktioniert das schon. Wer Solaranlage, Batteriespeicher und einen Wechselrichter mit Inselbetrieb zu Hause hat kann solchen Ausfällen, zumindest in den warmen Monaten, ziemlich gelassen entgegen sehen.

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In der spanischen Situation mit wenig Möglichkeiten, überschüssigen Strom loszuwerden, wenn man nicht schnell genug runterregeln kann, wäre das mMn genauso möglich. Bei uns eher nicht wegen unserer zentralen Lage in dem europäischen Verbundnetz, da geb ich Dir Recht. Aber jeder muss sein Netz nach seinen Gegebenheiten aufbauen und auch steuern. Ich glaube, dass es eher daran haperte am letzten Montag.

Bin ich bei dir. Denen geht es 0 um Lösungen.

Diesen Satz würde ich nicht zu 100% unterschreiben. Kraftwerke mit großen Turbinen haben bei Frequenzschwankungen Vorteile. Hier eine aus meiner Sicht recht gute Darstellung der möglichen Ursachen:
Ursache für Blackout: Was Spaniens Stromnetz so anfällig macht - ZDFheute

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Für mich haben aber Wasser-, Gas- und Kernkraftwerke auch große Turbinen und von denen waren zum fraglichen Zeitpunkt ca. 6,5 GW, was knapp 30% der Last darstellt, am Netz. Wirklich spannend, was rauskommen wird. Es wäre natürlich auch ein Erkenntnisgewinn, wenn man die Lehre ziehen müsste, dass ein Minimum an großen Turbinen von xx% in jeder Region auf einer bestimmten Netzebene da sein muss, damit eine vielleicht kleinere Störung sich nicht verstärkt
Ich hoffe nur, dass nicht wieder eine Verschwörungstheorie aufgestellt wird, wenn die Erneuerbaren nicht „schuld,schuld,schuld“ sind.

Dänemark hat grade beschlossen die Atomkraft wieder „einzuführen“

Das Parlament in Kopenhagen veranlasst eine Prüfung für einen Einstieg.

Meinst das :slight_smile:

Auch auch geil, die Energieversorger sehen neue AKW kritisch, aber wenn die Menschen das ja wollen, richtig absurd.

Energieversorger verdienen an Doppelstrukturen und teurem Strom. Außerdem steckt im aktuellen Energiesystem jede Menge Staatsknete über Subventionen und Fördermaßnahmen.

Es wundert mich daher überhaupt nicht dass Energieversorger das toll finden. Allein der Betrieb der strategischen Kraftwerksreserve spült gutes Geld in die Kassen, denn man wird dafür bezahlt dass man bei Bedarf Energie erzeugen könnte, es aber größtenteils gar nicht tut.

Ein Neubau von Kernkraftwerken wäre aber insofern problematisch da das mindestens 8-10 Jahre dauert, wir aber angeblich in 5 Jahren komplett aus der Kohleverstromung ausgestiegen sein wollen.

Und man müsste die Erzeugungsstrategie nochmal komplett auf den Kopf stellen. Aus meiner Sicht muss man das sowieso, aber das bindet sich niemand freiwillig ans Bein.

Natürlich hat man dabei aber aktuell nicht die großen Energieerzeuger bzw. große Installationen im Nirgendwo im Blick, sondern die privaten Solaranlagen.

Wenn die neue Bundeswirtschaftsministerin vorher Vorstandschefin eines Energieversorgers war, dann kann die Vetternwirtschaft ja getrost weitergehen.

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Das verzweigte Netzwerk um den gefeuerten Habeck-Vertrauten Graichen - FOCUS online

Windkraft-Weltmeister: Dänemark schwenkt auf Atomkraft um

Schau an

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Was haben die alle gemeinsam, Rechte Regierungen sind dort an der Macht :smiley:

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Das sind dann die ersten, die beim nächsten Gau den Söder machen.

"Die gesicherte Leistung aus AKWs könnte solche Angebots- und Preisschwankungen abschwächen. Der Kurs der Bundesregierung droht indes auch hierzulande, den Armen eine neue Art der Austeritätspolitik aufzuerlegen: Sobald die Gesellschaft zum Sparen aufgerufen wird, spüren es die Armen als Erste.

Die Haupteinwände der Atomgegnerinnen bleiben die Sicherheitsrisiken sowie der Atommüll. Schaut man sich jedoch statistisch die Todesfälle pro erzeugter Terawattstunde an, so ist die Kernenergie ungefähr so sicher wie Solar- und Windkraft. Und dass die Atommüllfrage keineswegs unlösbar ist, zeigen die Finnen, die bereits ein Endlager gefunden haben.

Die Dekarbonisierung der gesamten Energiewirtschaft ist eine gewaltige Aufgabe, die angesichts der Klimakrise nicht verhandelbar ist. Sie allein wird mit vielen Kosten und sozialen Verwerfungen einhergehen. Der Ausstieg aus der Kernenergie war hingegen keine alternativlose Entscheidung. Wenn Deutschland freiwillig auf diese Stromquelle verzichtet, verknappt sie das Angebot unnötig und schraubt die Transformationskosten in luftige Höhen."

Ende der Atomenergie: Unsozialer Ausstieg | taz.de

Zitiert aus einer rechten Zeitung… ;-)

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Das Atom-Aus ist nicht mehr länger haltbar bei der Energiepreisentwicklung in Deutschland. Wieder was wo nur die AfD gewinnt wenn man sich den Realitäten verweigert.

Genau und AKWs die vom Steuerzahler mit 100 Mrd. dann subventioniert werden, lassen den Strompreis drücken :smiley:

Etwas 5 Jahre EEG Subventionen.

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