Und deiner Singstimme hat das bestimmt ebenfalls gut getan.
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Das die Sache mit den Zöllen für die USA aufgehen könnte, ist möglich und aus US-Sicht auch legitim. Auch wenn ich denke, dass Protektionismus langfristig für alle nachteilig ist. Und ob der Neffe vom Dagobert glänzend dasteht, ist mir jetzt relativ egal. Für mich interessanter ist die Auswirkung auf D und die EU. Damit bin ich wirtschaftlich quasi mehr verflochten.
Und jetzt doch mal ein Beispiel zu dem Zolldeal, zumindest soweit ich das lesen konnte.
Zölle auf PKW Einfuhren aus der EU nach USA 15%
Zölle auf PKW Einfuhren aus den USA nach EU 0%
Wenn man das jetzt so isoliert betrachtet sagt man sofort, Scheiß-Deal, eingeknickt, Bückling gemacht etc.
Wenn man es etwas genauer betrachtet ist die Situation aber wie folgt:
Aktuell:
Zölle auf PKW Einfuhren aus der EU nach USA 27,5% neu 15% Verbesserung 12,5%
Zölle auf PKW Einfuhren aus den USA nach EU 10% neu 0% Verbesserung 10%
Und dann kommt da noch dazu, dass US-Autos in der EU deutlich schwieriger abzusetzen sind als umgekehrt. Zu groß, zu Spritschluckend, Design nicht unbedingt EU-Geschmack. Da dürfte selbst die Zollsenkung um 10% gar nicht soviel bringen.
Das ist dann halt eher das Gesamtbild für diesen Handelssektor. Auf den ersten Blick sagt man, wir wurden über den Tisch gezogen, auf den zweiten Blick stellt es sich aber schon anders dar. Und so muß man das halt Sektor für Sektor betrachten.
Da wird es Gewinner und Verlierer geben und bei manchen wird sich wenig ändern. Aber das die EU einen Scheißdeal abgeschlossen hat, sehe ich in der Massivität nicht.
Dann sind da noch die Energieimporte. Hat nicht gerade Katar gedroht, uns nicht mehr mit Flüssiggas zu beliefern ? Wo ist dann das Problem, dass aus den USA zu kompensieren ?
Und die zugesagten Investitionen, das ist doch ein Papiertieger. Das müsste ja von der Privatwirtschaft kommen. Und die investieren dort, wo es am aussichtsreisten ist und nicht, weil irgendwelche Politiker das wollen oder sagen. Das ist halt etwas, wo Donald bei seinen Anhängern punkten kann. Ob diese Investitionen jemals - zumindest in der ausgemachten Höhe - fließen ? Wir werden sehen.
Ich finde die Art und Weise, wie MAGA-Donald agiert grundsätzlich kacke. Aber hey, mittlerweile kennt man das doch, das kann man sich auch in irgendeiner Form zunutze machen.
Das Problem ist aus meiner Sicht dass 15% ein Zoll ist der sich verstetigen und auch auf Zustimmung von den Demokraten treffen könnte.
Dann wird Industrie die hochwertige Güter produziert längerfristig Teile der Produktion verlagern bzw. das Risiko dafür steigt massiv an.
Mit den vorherigen absurden Zöllen von 40% oder über 100% für China weiß jeder Wirtschaftsboss dass die USA das auch Dauer nicht hätten durchhalten können.
Wir haben dem in der EU wenig entgegen zu setzen und teure Energie in den USA einzukaufen halte ich für absurd. Es gibt zig Länder die fossile Kraftstoffe deutlich günstiger einkaufen werden.
Trotz aller Kritik würde ich das nicht als Scheißdeal bezeichnen. Unsere Verhandlungsposition war von vornherein schlecht. Die 0% Zölle für die USA stören mich auch nicht, die USA produzieren außer Rüstung, Rohstoffen (und deren Verarbeitung) und Software sowieso so gut wie nichts mehr.
Ich verliere nicht gerne und dieser EU Deal fühlt sich halt wie eine Niederlage an..
Wenn man mal berücksichtigt, dass 27 EU Staats- und Regierungschefs seit April und der Ankündigung neuer Zölle wie kopflose Hühner rumlaufen, nur ihre nationalen Interessen vertreten - allen voran der deutsche Kanzler - und nicht in der Lage waren eine abgestimmte Strategie der Stärke im Umgang mit Trump zu formulieren, hat die Kommissionspräsidentin doch noch einen guten Job gemacht.
Alleine schon neben diesem Proleten zu sitzen, sich seinen unglaublichen Quatsch über Windräder anzuhören ohne im Gesicht zu entgleisen ist schon a la bonne heure!
Spaß beiseite, es liegt an uns, an einer wankelmütigen, uneinigen und schwachen EU die im Zweifelsfall immer nationale über europäische Interessen setzt, dabei die Stärke des größten Binnenmarktes der Welt unter den Bus wirft und vor Trump auf die Knie geht. Die Chinesen haben sehr einfach analysiert wie man mit einem Erpresser umgeht: man spielt sein Spiel mit, auf Augenhöhe und mit gleichen Waffen.
Diese EU wird nur noch Spielball in dieser neuen Welt sein. Und hier echauffieren sich einige über UvdL….. ![]()
Leider vollkommen richtig, mit einer Einschränkung. Frau von der Leyen und der Kanzler sind in derselben Partei. Darüber hinaus redet sich Emmanuel Macron seit dem Brexit den Mund fusselig von tieferer Europäischer Integration trotz des innenpolitischen Drucks den er hat, und wurde dabei von Berlin von Regierungen verschiedenster Couleur immer wieder abgewiesen. Vor dem Hintergrund trauere ich immer noch dem gescheiterten Jamaika 2017 hinterher, wo das womöglich noch am Ehesten möglich gewesen wäre. Wenn Deutschland mit Frankreich was die tiefere europäische Integration an einem Strang ziehen würde, könnte man politisch einiges bewegen.
Leider sind weite Teile der deutschen Politik extrem kurzsichtig unterwegs, vor allen anderen die drei aktuellen deutschen Regierungsparteien, aus Schockstarre vor dem Erstarken einer rechtsextremen Partei.
Da bin ich bei dir, vor allem bei deiner Einschätzung zu Macron und Merz. Es ist ein Trauerspiel ohne gleichen.
Ein frei drehender amerikanischer Präsident der alle gültigen Spielregeln aufkündigt, ein China, welches selbstbewusst seinen Führungsanspruch anmeldet und wirtschaftspolitisch und geopolitisch längst eingenommen hat, ein Verrückter im Kreml, der sein Land zu imperialistischer Bedeutung zurückführen will und eine EU dazwischen, die von Zauderern und ewig Gestrigen angeführt wird, die die Situation zwar wahrnehmen, aber nicht die richtigen Schritte einleiten.
Zum heulen…
Den Ausbildungshintergrund habe ich auch…
Auch in der VWL-Theorie: In meiner Erinnerung (im Zuge des Durchgehens des Heckscher-Ohlin Models und Lesen von Zweit- bzw Begleitpapern) kann es sich durchaus so verhalten, dass die Rechnung in Sachen Zöllen für große (mächtige) Länder aufgeht.
In Summe ist das nicht das Optimum, aber Land A (mächtig, groß) kann sich schon minimal besser stellen zu Lasten kleinerer (und dem Gesamtoptimum).
Alles in einer statischen Betrachtung und nicht dynamisch.
Das Argument mit den Entwicklungsländern ist da ein anderer „Ausfluss“ / Nebenaspekt, wo dann die Mikroökonomie versucht der Makroökonomie den Ausweg zu zeigen, wenn das Theorieergebnis nicht zur eigenen Sicht passt
(zitiere hiermit einen früheren Dozenten)
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Derzeit - nach meinen Kenntnisstand - ist die EU Nettoexporteur, auch im Verhältnis mit den USA.
Da werden die Volkswirtschaften auch die jetzigen Zölle verkraften.
Für einzeln Branchen oder Firmen kann es halt der negative „Game Changer“ sein…
Die Grünen sind schuld!!!
Vor allem der Habeck!
Und die Baerbock erst!
Ups! Die sind ja gar nimmer dabei…
Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast !!!
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… spricht der GrFaZ … (Größter Faker aller Zeiten)
Auf eine Art ist der Clown ja durchaus lustig, entsprechend verstehe ich die Smilies.
Auf der anderen Seite ist das, was da in den USA derzeit passiert, das Drehbuch “Reichstagsbrand und Dolchstoßlegende Deutschland 1933”.
Das Ausweiten der Machtbefugnisse des Zentralstaats gegen über den Bundesstaaten/-ländern mit paramilitärischen Mitteln, zuletzt gesehen in Los Angeles und Washington und gleichlautenden Drohungen nach Chicago und New York. Auf Basis von mutmaßlichen kriminellen Exzessen, die nicht existieren.
Die Gleichschaltung der Presse, die ja nicht mal dazu gezwungen werden muss, gefällig zu schreiben, sondern schon in vorauseilendem Gehorsam und finanziellem Eigeninteresse auf Linie gebracht werden. Dasselbe passiert mit anderen demokratischen Institutionen, wie zum Beispiel Universitäten oder der Wirtschaft in Form von Bezos, Zuckerberg und co. Ebenso komplett auf Linie gebracht wurde die ehemals konservative und inzwischen revolutionär rechtsextreme republikanische Partei.
Flankiert wird all das von eklatanten Verstößen gegen rechtsstaatliche Mechanismen und - und diese historisch konnotierte Wortwahl benutze ich bewusst - Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Von den außenpolitischen und wirtschaftlichen Irrflügen will ich gar nicht anfangen.
Es ist schauderhaft, mitzuerleben müssen, wie das im (ehemals) mächtigsten Land und der ältesten Demokratie der Welt passiert.
Wir haben es hier zum ersten Mal seit 80 Jahren wieder mit dem Entgleiten einer global enorm mächtigen Demokratie in den Autoritarismus zu tun. Das passiert jetzt.
Es scheint, dass die Rechte in Amerika das Ende der Weimarer Republik in letzter Zeit genauer unter die Lupe genommen hat. Das Vorgehen Trumps gegen die demokratisch regierten Bundesstaaten erinnert fatal an die Ausschaltung der Länderregierungen durch den sogenannten Preußenschlag durch Hindenburg auf Hinwirken rechtsreaktionärer Kreise. Per Notverordnung setzte er die preußische Regierung unter dem seit 1920 amtierenden preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun von der SPD ab. Zum Reichskommissar in Preußen ernannte Hindenburg Reichskanzler Franz von Papen. Eine zweite Verordnung übertrug dem Reichswehrminister Kurt von Schleicher zugleich die vollziehende Gewalt im Freistaat Preußen und schränkte die Grundrechte dort ein.
Und wie Trump: Gerechtfertigt wurde der unblutige Staatsstreich mit Hinweis auf den „Altonaer Blutsonntag“ vom 17. Juli 1932 und der angeblichen Unfähigkeit der preußischen Regierung, im größten und bevölkerungsreichsten Land für Ruhe und Ordnung sorgen zu können.
Wir sollten eine Koalition der Willigen gründen und die USA von ihrer Diktatur befreien.
Du weißt selbst, dass dein Post ziemlich sinnbefreit ist.
Falls du die Maßnahmen von Trump für eine Rettungsaktion der Demokratie hältst, würden mich deine Argumente interessieren.
Es ist nicht so dass mir gefällt was Trump in den USA gerade macht, aber jedes Mal das Ende einer Demokratie einzuläuten, nur weil da einer mal ein wenig Ramba-Zamba macht geht mir deutlich zu weit.
Bei Joe Biden wusste im Prinzip auch niemand wer ihm die ganzen Dekrete vorlegt welche dann mit einem Stempelautomaten unterzeichnet wurden.
Für gefühlt 75% aller Amerikaner ändert sich vermutlich überhaupt nichts, völlig egal wer da gerade im weißen Haus rumturnt. Und von den restlichen 25% haben dann vermutlich die Wenigsten Donald Trump gewählt. Nur wir Europäer meinen immer da geht gerade mal wieder ein Abendland unter.
Vermutlich spielt es gar keine Rolle wer gerade den Präsidenten spielt. Der militärisch-industrielle Komplex verdient immer, die sogenannte regelbasierte Ordnung sorgt dafür dass alles nach der Pfeife der USA tanzt und zur Not gibt es immer noch das Militär. Hier mal ein paar Bomben, dort eine 50 Mio. USD Belohnung für die Auslieferung eines Präsidenten eines anderen Landes.
Donald Trump bleibt für mich nur ein Symptom eines völlig kaputten Systems.
Das ist vermutlich die unterkomplexeste Einschätzung zur aktuellen Lage in den USA, die ich in den letzten Wochen dazu gelesen habe.
Das ehrt mich.
Immerhin
Ich bin hier vermutlich nicht verdächtig besonders links zu stehen. Aber dass es im rechten Spektrum starke Tendenzen gibt demokratische Prinzipien auszuhöhlen, um Macht zu zementieren, das besorgt mich sehr.
Ich werde nicht behaupten, dass die USA eine moralisch tolle Rolle als Weltmacht spielt. Aber wenn jemand, der die Absichten von Putin im Krieg Russland/Ukraine als defensiv oder zumindest stark regional begrenzt einschätzt, den USA unterstellt, der Einsatz militärischer Gewalt sei für sie eine übliche Fortsetzung der Politik mit mit militärischen Mitteln, sehe ich keine Basis für eine weitere Diskussion.
