Im Auftreten fein und kultiviert, aber eben wie beschrieben sich nicht zu fein, sich auch nach Ama-Spielen z.B. im Stawi-Vorhof den Fragen und auch teils kontroversen Diskussionen mit uns zu stellen.
Und wie von Lowe81 richtig angemerkt, hat gerade seine ruhige Präsenz auf den nachfolgenden MV seine echte Verbundenheit zu unserem Verein gezeigt.
Aus meiner Sicht war er einer der besten Präsidenten der vergangenen 30 Jahre. Und ein ganz feiner Mensch, soweit man das aus der Entfernung beurteilen kann.
zitat aus o.a. artikel/interview der TZ, post 337:
"Was waren rückblickend Ihre größten Fehler?
von Linde: (lacht) Der größte Fehler war wohl, dass ich Herrn Ziffzer nicht schon am ersten Tag gefeuert habe. Damit hätten wir klare Verhältnisse gehabt. Das ging aber nicht, weil die NF-Bank gedroht hat, für diesen Fall unsere Kreditlinie zu kündigen. Ein zweifelhaftes Geschäftsgebaren."
Besonders danken möchte ich Herrn von Linde für die Einberufung der Satzungskommission. Auch wenn diese zunächst gescheitert ist, war das der Startschuss zur Satzungsreform und der Abschaffung des Delegiertensystems.
Es war mir eine Ehre, Sie kennengelernt zu haben.
Die dort erwähnte NF-Bank ist im übrigen die heutige Greensill Bank, welche vor ein paar Tagen unter Zwangsverwaltung gestellt wurde und wohl inzwischen Insolvenz anmelden musste.
Ruhe in Frieden Albrecht von Linde. Leider viel zu früh von uns gegangen. Ich hatte immer ein wenig gehofft dass er nochmal zurückkommt.
Nachtrag: Er hat auch immer genau das passende Maß gefunden, sich ins Alltagsgeschäft einzumischen. Da hatten wir ja zwischen kompletten Rückzug (Lehner, erinnert sich noch wer?, Beeck), bis zu puren Aktionisten (Mayrhofer, Wildmoser) das komplette Spektrum.
Danke für dein Engagement in einer turbulenten Zeit!
Die Edith meint noch, dass Wildmoser nur bedingt in den Vergleich passt, weil die KGaA erst zum Ende der Amtszeit gegründet wurde und er vorher als Präsident auch mehr im Alltagsgeschäft der Profiabteilung drin war. Aber das ist eine andere Geschichte, die hier nicht vertieft werden soll.
Der politisch unkorrekteste (Nicht-Geburts-)Brite mit absolut britschstem Humor hat im hundertsten Lebensjahr beschlossen, unsere Welt zu verlassen und in einer anderen seine Späße zu treiben. Er war ein erfrischender bunter Fisch im Teich des europäischen Adels, wobei dieses Gewässer gelegentlich einem Tümpel ähnlicher scheint. Mit Prinz Philipp ist einer der letzten großen Individualisten dieser Gruppe nicht mehr hier. Möge er auch in einer anderen Welt der bleiben, der er offenkundig war…
Wer diese Sprüche als „Gossenhumor“ bezeichnet, überschätzt die „Gosse“ aber sehr. Ganz abgesehen davon, dass der stets politisch korrekte SPIEGEL sich damit eines sehr abfälligen Begriffes bedient…
Er war einer der ganz Wenigen, bei dem es richtig war, richtig ist und richtig bleiben wird, zu sagen, dass seine Musik bleiben wird, was immer auch passiert: Jim Steinman ist seinem großen Idol Richard Wagner gefolgt, mit dem er den Hang zum Pathos teilte, aber die Langatmigkeit, unter denen die Werke Wagners leiden (verursachen) können, vermied.
Steinman konnte Opern auf weniger als zehn Minuten komprimieren und er verstand es, den Bombast so aufzuwerfen, dass man nicht von dessen Wucht erdrückt wurde.
Ein großer, nein, ein ganz großer Komponist des Popbereichs ist gestorben - und der Boss (sein zweites Idol) wird ihm sicher die musikalische Leihe aus Thunder Road nachgesehen haben…