Die „Musik“ die für Sechzig heuer spielt, heißt „zusammenwachsen und einen Stamm finden“. Die Parolen vom Aufstieg kannst doch nicht ernsthaft glauben. Ich denke auch, dass diese Aussagen eher Klamauk für die Presse sind. Wichtig ist nur, dass man sich in der Mannschaft und um die Mannschaft herum im Klaren ist, welchen Weg man geht und dass dieser Weg heuer hart und steil wird - und dass man sich nicht verrückt machen lässt.
Vor 5 Jahren waren diese Leipziger noch allesamt Bayern-Sympathisanten. In Leipziger Schränken liegen heute heute noch viele Bayerntrikots unter denen der Österreicher. Und ab dem CL Halbfinale liegen sie auch mal wieder obenauf. Und wenn es mit den Österreichern mal sportlich nicht so rund laufen sollte, hält man sich ein Hintertürchen offen. Ich frage mich nur was passiert wenn Salzburgs Zweite kommende Saison gegen die Roten spielen wird!?
Naja, dann machen aber die Verantwortlichen gerade einen riesen Fehler, wenn sie intern anders planen sollten. Denn der Klamauk, wie du ihn nennst, für die Presse, wird dann aber ein deftiger Bumerang werden, wenn das so weitergeht. Denn Leute mit derartigen Parolen zu DK-Kauf animieren und ins Stadion locken und dann mit solchen Leistungen abwatschen, ist nicht sonderlich klug. Das kann bei einigen, wenn nicht vielen eine Dauerfolge nach sich ziehen. Denn was lassen sich Menschen und gerade Fußballfans eher ungern? Genau: VERARSCHEN! Genau das würde man aber dann im großen Stil machen, wenn man offiziell die Parole Aufstieg und Meisterschaft ausgibt und intern mit dem jetzigen Stand der Dinge zufrieden ist, weil man eh weiß, dass man die Saison nicht besser abschließen wird als die Jahre davor. Gefährliches Spiel! Ich persönlich glaub da auch eher nicht dran, sonst würde ein Moniz in der Öffentlichkeit nicht schon leise Kritik an den Einkäufen üben und selber noch einige neue fordern.
Seit 10 Jahren soll spätestens ab Rückrundenstart laut Verein eine Mannschaft zusammenwachsen, die fit für den Aufstieg ist. Ich betrachte mittlerweile auch diese Aussage als Klamauk für die Presse, der darüber hinweg täuschen soll, dass man bei der Zusammenstellung der Mannschaft gnadenlos versagt hat. Traurig nur, dass es dabei nie für den Abstieg und die daraus folgende Firmenpleite gereicht hat.
Natürlich versucht man bei jedem Verein, vor Saisonstart Optimismus zu verbreiten, um DK- und Fanartikelverkauf anzukurbeln. Und natürlich klafft bei allen ab und an ein Loch zwischen dem damit geschaffenen Anspruch und der Wirklichkeit. Das Problem bei Sechzig ist halt, dass man das selbst bei diesen - ja nun wirklich treuen - Fans nicht beliebig oft machen kann. Für viele ist das Maß irgendwann voll.
Freilich gibt es die ganz Abgebrühten, die es schon vorher wissen, dass es nichts wird mit dem Versprochenen und sich trotzdem ihre DK usw. kaufen und über die Enttäuschung der anderen nur den Kopf schütteln können. Aber es gibt halt auch Fans, die daran glauben. Speziell jetzt nach dem „Neustart“ mit neuen Verantwortlichen an allen Ecken und Enden. Damit muss der Verein nun umgehen und das wird nicht einfach, wenn es nicht sehr bald sportlich aufwärts geht.
Ich fand die Aussagen von Mayrhofer und Poschner vor der Saison in dieser Richtung eigentlich schon eindeutig. Es war Moniz, der von Meisterschaft anfing. Aber wenn ich die Entwicklung anschaue, dann kann ich doch nicht ernsthaft daran glauben, dass man heuer Meister wird. Ich meine, sicher wäre das sehr schön und man hätte nichts dagegen, aber der Anspruch war doch eigentlich seit Poschners Antritt ein Umbruch im System und in der Philosophie. Und genau das braucht Zeit. Dass das Umfeld völlig am Rad dreht wenn der Saisonstart in die Hose geht, war fast zu erwarten. Aber nochmal zurück: Moniz fing an von Meisterschaft und Aufstieg zu reden. Das war vielleicht ein Fehler, Ich hätte das nicht gemacht. Er wollte wahrscheinlich seine Spieler kitzeln. Als Fan, der Sechzig verfolgt muss man das doch aber realistisch sehen können. Man sieht doch, was die letzten Monate alles passiert ist. Das kann doch gar nicht in so kurzer Zeit alles passen dass es für ganz oben reicht.
Das Problem bei 60 ist nicht, dass keine guten Spieler geholt
würden. Es ist die Psyche. Yannick Stark zum Beispiel war einer der
besten Spieler der Liga als er noch bei Frankfurt spielte. Auch zu
Beginn war er richtig gut bei den Löwen. Doch dann kam ein eklatanter
Leistungsabfall. Genauso läuft es mit fast allen Spielern hier. Sie
lassen sich von einer kollektiven Depri-Stimmung runterziehen. Das hat
meines Erachtens viel mit der Ungeduld des Umfelds und der massiven
Erwartungshaltung zu tun, an der fast alle scheitern, Trainer wie
Spieler. Dass Moniz gleich von Meisterschaft faselt und damit das die
Erwartungshaltung noch weiter angeheizt hat, war der dümmste Fehler, den
er machen konnte. Sein zweitdümmster war, den 18-jährigen Weigl zum
Kapitän zu machen. Geht’s noch? An der Aufgabe wäre sogar Beckenbauer
gescheitert!
Was soll er denn sonst sagen? Er wurde schließlich dazu eingestellt, die Mannschaft in einer Saison zum Aufstieg zu führen. So lachhaft es ist: Das ist sein Job!
Naja, jetzt nicht über- oder untertreiben. So neu ist das Team auch wieder nicht. Neuzugänge hat jede Mannschaft. Ein Weigl, Kiraly, Steinhöfer, Schindler, Vallori, Wood, Tomasov, Stark und Adlung waren auch schon letzte Saison an Bord. Ich denke, mit einer derartigen Ab- und Zugangsanzahl sollte man durchaus klarkommen können. In dem Bereich dürften die meisten Teams gelegen haben. Es kommt eben immer drauf an, wie man diese integriert. Da schauts mal wieder eher schlechter aus bei den Löwen, wie es scheint. Es ist schon wirklich seltsam, wie man es bei 60 schafft, dass angebliche Leistungsträger so schnell in ihren Leistungen abfallen. Im Übrigen war es nicht nur Moniz, der von Meisterschaft und Aufstieg redete. Auch ein Poschner liebäugelte durchaus mit einem Platz ziemlich weit oben. Ebenfalls rechnete ein Mayrhofer damit. Gespannt darf man sein, was man unter weit oben verstehen soll. Denn 8-10 Platz ist definitiv nicht weit oben.
Genauso frag ich mich, wo denn der Umbruch im System oder Philosophie sein soll. Das ist für mich eher Klamauk für die Presse. Das System hat es bei 60 schon gegeben und in Sachen Philosophie kann ich viel quatschen, wenn der Tag lang ist. Welche gab es denn bisher und was soll sich daran geändert haben? Sorry, das sind doch nur irgendwelche Phrasen, die man der Presse und den Fans vorgeworfen hat, um Ruhe reinzubringen bzw. wieder einen gewissen Reiz zu kreieren. Mehr nicht!
Ich bin auch der Meinung, dass die Mannschaft mehr drauf hat. Sie muss das vorhandene Potential endlich abrufen, doch ob sie
auch die Zeit dazu bekommt?
Ich muss schon sagen, dass ich gestern beim Abpfiff ziemlich sprachlos war. Ich hab mir ja einiges vorstellen können, aber eine derartige Leistung ganz sicher nicht!
Das war Fußball wie letzte Saison, nur das ein paar andere Spieler auf dem Platz standen. Da war kein Selbstvertrauen, kein Biss, kein gar nichts.
Am Anfang hatte man das Gefühl, „bloß keinen Fehler machen, sich kein Gegentor einfangen“. Scheinbar war das Lautern Spiel in den Köpfen noch absolut präsent, oder man hat geglaubt den Aufsteiger denn pack ma schon irgendwie… ?!
Was mir am Ende aber wirklich den letzten Nerv raubt, sind die zum Teil unsäglichen Kommentare hier im Forum. Vorallem die geistigen Ergüsse derer, die während dem Spiel hier schreiben und somit vermutlich schön bequem auf der Couch daheim hocken!
Da wird auf alle und jeden draufgehauen, alle entlassen, Trainer Sche…, Einkäufe Sche…, Kapitän Sche…
Ja gehts denn eingentlich noch?
Auf der einen Seite anprangern das sich bei Sechzig nichts entwickelt, auf der anderen Seite aber gar keine Entwicklung bzw. die dazu erforderliche Zeit zugestehen?!
So lange wir als Fan’s und damit das „engste“ Umfeld der Mannschaft so reagieren, da wird sich gar nichts ändern!
Das die gestrige Leistung ne Katastrophe war, darüber braucht man ganz sicher nicht streiten. Aber die Art und Weise und vorallem der Ton mit dem kritisiert wird, Leute das geht gar nicht!
Soso, wer wäre denn Deiner Meinung nach der richtige?
Kiraly, in seiner vermutlich letzten Saison?
Adlung, der in der Vorbereitung gefehlt hat und aktuell nicht zum Startaufgebot zählt?
Kagelmacher, als neuer Spieler?
Klar ist der Ju erst 18 Jahre alt, aber ich denke man hat Ihn ganz bewusst ausgewählt, als Löwen Eigengewächs, als einer der sich mit Sechzig absolut identifiziert, als Spieler mit Zukunft, als „Neuanfang“, etc.
Ich find die Entscheidung absolut richtig, nur braucht manches halt Zeit!
Und vorallem, wer bitte wäre eine Alternative??
ALLE bis auf den Weigl! Was willst den mit einem 18 jährigen? Würdest du auf den hören wenn der dich anschreit? Bestimmt ned! Der is a Bubi…mehr ned! Hat mehr Haut wie Muskeln…Kapitän…ich lach mich schief!
Oh mei Oh mei…
Das seh ich auch so. Ju kann eine absolute Identifikationsfigur werden, eben aus den von dir genannten Gründen. Man muss dem Jungen halt Zeit geben. Ob er gleich in seiner ersten kompletten Saison Kapitän werden musste, kann man kritisch sehen. Das Zeichen, das mit dieser Aktion gesetzt wurde, nämlich die eigene Jugend einzubauen und Vertrauen zu geben, ist absolut richtig. Er wird lernen, sich durchzusetzen. Dafür braucht er aber das Vertrauen des Trainers und den Rückhalt der Fans.
Man kann das Richtige machen - und trotzdem falsch liegen. Genauso verhält es sich mit der Personalie Weigl. Ob der ein Eigengewächs ist oder den Neuanfang verkörpern soll, das interessiert doch dort keinen, wo’s wirklich zählt: Auf’m Platz! Ein 18-Jähriger kann niemals das Standing eines langjährigen Profis haben - weder nach innen noch nach außen. Und deshalb hat Bricklm völlig recht: Weigl als Kapitän ist eine unausgegorene Schnapsidee!
Aber sag halt dann, wen du als Kapitän vorschlagen würdest. Alle, die diese Entscheidung für Weigl so kritisieren, bleiben eine darauf Antwort schuldig.
Ein Neuzugang wie Kagelmacher oder Bedia, Sanchez, Leonardo, Okotie, Claasen? Wohl kaum. Kiraly? Selten so gelacht, besonders, wenn man sich die Kritik an ihm hier durchliest. Adlung, Stark, Steinhöfer, Wood, Schindler? Ein Kapitän sollte schon einen sicheren Stammplatz haben, den die Genannten hier niemals hatten.
Fazit: Es existiert außer Weigl kein Deutsch sprechender Spieler mit sicherem Stammplatz. Weigl will man zum Gesicht von 1860 aufbauen, also ist diese Entscheidung schon nachvollziehbar, obwohl sie gleichzeitig die Misere dieses Kaders veranschaulicht: Wir haben keine Führungsspieler! Die Zusammenstellung des Kaders offenbart eklatante Schwächen, und das nicht nur im Sturm.
Das vermag ich als Außenstehender letztgültig nicht zu beurteilen. Aber es wird doch unter all den länger unter Vertrag stehenden Spielern einen geben, der sich eignet. Wenn nicht, sieht’s traurig aus für Sechzig. Warum nicht Schindler? Oder Stahl? Und zur Not auch Kiraly, auch wenn ich Torwarte als Kapitän von der Spielposition her nicht für ideal halte. Alle, aber nicht ausgerechnet das Greenhorn Weigl - und mag er für noch so viel Zukunft stehen …